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«Eine Art Selbstmord»

Air-France-KLM-Chef Jean-Cyril Spinetta hält den Wettbewerb mit Emirates & Co. für ungerecht. Er fordert die EU auf, etwas zu unternehmen.

Air France

A380 von Air France: Spinetta fürchtet die Bedeutungslosigkeit

Die Prognose ist knallhart. «Wenn man mit den Golf-Anbietern unter einem Open-Sky-Abkommen in den Wettbewerb treten muss, ist es eine Art Selbstmord». Jean-Cyril Spinetta kritisiert, dass Emirates, Etihad & Co. eventuell bald in Europa nach denselben Regeln spielen dürfen, wie hiesige Fluggesellschaften. Der europäischen Luftfahrt drohe das Ende, wenn die Politik nicht dagegen halte, warnt der Air-France-KLM-Chef.

Die Anbieter aus dem Nahen Osten setzen Lufthansa, Air France und Co. zunehmend unter Druck. Gerade die Flüge zwischen Europa und Asien via ihre Drehkreuze Dubai oder Abu Dhabi bauen sie immer mehr aus, die Flotten wachsen und wachsen. Das sei nur möglich, weil die arabische Konkurrenz massive staatliche Unterstützung erhalte, so der Chef von Air France KLM in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung Financial Times.

Emirates zahle weniger Steuern

Zwar streiten Emirates & Co. ab, dass sie staatliche Vorteile genießen. Doch laut dem Air-France-Chef stimmt das nicht. So zahle Emirates am Heimatflughafen massiv niedrigere Steuern und Gebühren als Air France an ihrer Heimbasis Paris Charles De Gaulle. Außerdem kämen sie wesentlich einfacher an Finanzspritzen als Europas Anbieter, die nach strikten Regeln vorgehen müssen.

Emirates, Etihad und Qatar müssten der Europäischen Kommission glaubhaft nachweisen, dass der Wettbewerb sich auf einem fairen Niveau abspiele, so Spinetta. Dass er derart vehement Kritik übt, ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Air France erst im vergangenen Oktober mit Etihad ein Codeshare-Abkommen schloss.



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