Boeing 737-800 von Air Explore: Neue Aufträge in Asien und Südamerika.

ÜberlebenskampfNeue Aufträge geben Air Explore Ver­schnauf­pau­se

Die slowakische Wet-Lease-Anbieterin hat zwei neue Aufträge gewonnen - in Surinam und im Irak. Dennoch ist die Zukunft von Air Explore nach wie vor ungewiss, wie der Chef erklärt.

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Luftfahrt

Durch das Grounding der Boeing 737 Max und der daraus resultierenden Flugzeug-Knappheit haben Wet-Lease-Spezialisten und Charterairlines im vergangenen Jahr fette Erträge erzielt. Mit Ausbruch der Covid-19-Pandemie brach das Geschäft jedoch weg und sie standen quasi über Nacht ohne Aufträge da. So ging es auch Air Explore.

Die slowakische Wet-Lease-Spezialistin hat sich seit der Gründung vor zehn Jahren zu einer Flottengröße von sieben Boeing 737-800 emporgearbeitet. Die Corona-Krise traf aber auch sie hart. Nach mehreren Monaten ohne Aufträge kann sie nun aber wieder Erfolge verbuchen. Air Explore hat zwei neue Aufträge an Land gezogen.

Flüge vom Irak nach Deutschland

Am 4.Dezember verlässt eine erste Boeing 737 von Air Explore mit Crew ihre Heimatbasis in Bratislava in Richtung Karibik. Bis Oktober 2021 werden sie für die private surinamische Fluggesellschaft Fly All Ways ab der Hauptstadt Paramaribo im Einsatz stehen, wie Geschäftsführer Martin Stulajter aeroTELEGRAPH bestätigt.

Ein weiteres Flugzeug wird ab 15. Dezember nach Baghdad überstellt. Es wird für Iraqi Airways bis April 2021 vom Irak aus Flüge nach Skandinavien, Deutschland und Großbritannien durchführen. Beide Fluglinien setzten bereits in den vergangenen Jahren auf die Dienste der slowakischen Airline.

Knapp die Hälfte der Belegschaft entlassen

Gemäß Stulajter bleibt die Lage dennoch angespannt. «Ich denke weiter positiv, aber aktuell läuft nichts wie in den Jahren zuvor. Es gibt zwar bereits Gespräche mit Fluglinien über die kommende Saison, aber keine möchte sich jetzt schon auf Aufträge festlegen. Viele der neuen Verträge werden wohl wie zuletzt last minute sein. Ich tue alles in meiner Macht Stehende, um Air Explore am Leben zu erhalten. Manche Menschen halten mich bereits für verrückt, denn die Zukunft der Fluglinie ist weiterhin ungewiss».

Während slowakische Reiseveranstalter eine finanzielle Unterstützung vom Staat erhielten, gab es für Air Explore bislang keinen einzigen Euro, wie Stulajter beklagt. Darum musste die Fluggesellschaft seit Ausbruch der Pandemie bereits knapp die Hälfte der Belegschaft entlassen. Trotzdem versucht das Management, den Flugbetrieb weiter aufrecht zu erhalten. Für den kommenden Sommer denkt es über die Wiederaufnahme der zuletzt angebotenen Linienflüge zwischen Bratislava und Split/Dubrovnik nach.

Eigentlich war Feiern angesagt

Eigentlich hätte 2020 laut Martin Stulajter zum besten Jahr der Unternehmensgeschichte werden sollen. Die Erfolge der zehnjährigen Firmengeschichte wollte man noch im April mit einer Veranstaltung feiern. Doch die Covid-19-Pandemie machte Air Explore - wie so vielen in der Branche - einen dicken Strich durch die Rechnung.

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