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Preise und Fehler

Air Berlins USA-Tickets plötzlich absurd teuer

Air Berlins Flüge nach Nordamerika kosten massiv mehr als bei der Konkurrenz. Gerüchte machen die Runde. Und für einen Moment schien es, als würde die Airline die Langstrecke ganz aufgeben.

Simeon Lüthi/aeroTELEGRAPH

Flugzeug von Air Berlin: Wohin geht die Reise?

Ein Kurztrip im November von Düsseldorf nach New York – was kann das kosten? Mit Air Berlin ab 2446,01 Euro  – in der Economy Class. Zum Vergleich: Bei Lufthansa kostet die Verbindung an den gleichen Daten ab 519,35 Euro. Es scheint, als hätte die insolvente Air Berlin kein Interesse mehr daran, ihre Tickets für die verbliebenen Langstreckenverbindungen zu verkaufen.

Schon seit Anfang des Monats zieht sich Air Berlin Schritt für Schritt von der Langstrecke zurück. Zuerst wurden die Verbindungen ab Berlin gestrichen, dann einige Routen ab Düsseldorf und schließlich stand fest: Ab dem 25. September fliegt Air Berlin auch nicht mehr von Düsseldorf in die Karibik. Wie geht es nun weiter? Am Montag (18. September) schien es für einige Stunden, als ginge es gar nicht weiter. Was war geschehen?

«Ich habe mich verschrieben»

Bei Facebook fragte eine Nutzerin: «Hallo, finden die Flüge am 24.11.2017 von Düsseldorf nach JFK und zurück am 27.11.2017 statt?» Die Antwort vom offiziellen Air-Berlin-Account: «Diese Flüge werden so nicht durchgeführt, airberlin stellt alle Langstreckenflüge zum 25.09. ein.» Unterzeichnet von einem Mitarbeiter namens Björn. Etliche Leser reagierten wütend. «Nett wieder mal davon zu erfahren über Facebook!! Wie wärs mal offiziell eine Meldung rauszugeben? Bzw die Kunden zu informieren?», schrieb eine Kundin.

Ist für die Langstrecke jetzt also ganz Schluss? Nein. Denn einige Stunden später meldete sich Mitarbeiter Björn erneut zu Wort und entschuldigte sich: «Ich habe mich einfach verschrieben.» Richtig sei: «Air Berlin stellt zum 25.09. die Langstrecken ab Berlin und in die Karibik ein.» Und weiter: «Zu den Strecken ab Düsseldorf gibt es keine Änderungen zu den bisher kommunizierten Anpassungen.» Auf Anfrage von aeroTELEGRAPH bestätigte eine Sprecherin der Fluggesellschaft, dass es sich um den Fehler eines Mitarbeiters handle und es zurzeit keine Neuigkeiten gebe in Bezug auf die Langstrecke.

Gerüchte und Spekulationen

Aber warum sind die Preise so in die Höhe geschossen? Air Berlin will sich zur Preisbildung nicht äußern. Gerüchte dagegen machen in solch unsicheren Zeiten gerne die Runde. Eines besagt, die Fluggesellschaft wolle bewusst die Nachfrage abwürgen, um bald auch die Nordamerika-Routen einstellen und sich der gut bezahlten Langstreckenpiloten entledigen zu können, die seit LTU-Zeiten dabei sind. Beweise gibt es dafür nicht, alles ist reine Spekulation.

Wahrscheinlicher ist, dass die Fluggesellschaft wegen ihrer ungewissen Zukunft einfach nicht noch mehr Tickets auf den Markt werfen will für Flüge, deren Durchführung sie nicht garantieren kann. Schon sehr bald wird sie ja verkauft und wohl aufgespalten.

 



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