Air-Baltic-Jet: Die Airline soll wieder profitabel werden.

Air Baltic sucht Investoren

Lettland macht die Staatsairline bereit für die Privatisierung - einige Monate nach einem erbitterten Kampf um die Kontrolle.

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Schon 2014 will Air Baltic wieder Gewinn schreiben. Das Restrukturierungsprogramm beginne zu greifen, erklärte Vorstandschef Martin Gauss Anfang August. Im ersten Halbjahr 2012 steigerte die angeschlagene lettische Fluggesellschaft den Umsatz um 8 Prozent auf 104,7 Millionen Lats (152 Millionen Euro/180 Millionen Franken). Die Auslastung kletterte auf 72 Prozent. Zwar flog Air Baltic noch immer einen Verlust von 22 Millionen Lats ein. Doch im Vergleich zu den 72 Millionen im Vorjahr ist das eine massive Verbesserung. Und es macht die Airline wieder zu einem attraktiven Investitionsobjekt, findet zumindest die Regierung in Riga. Sie sucht daher nun nach Aktionären für die Fluggesellschaft - per Zeitungsanzeige.

In der Wirtschaftszeitung Financial Times schaltete das lettische Transportministerium Anzeigen, die Investoren bis zum 1. November Zeit geben, ein nichtbindendes Gebot abzugeben. Bis zu einem Anteil von 50 minus einer Aktie können sich die Investoren beteiligen. Doch wie die Regierung der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, seien diese Anteile auch noch verhandelbar. Wie viel man mit dem Verkauf verdienen wolle, gibt sie nicht bekannt. Doch Interessenten gebe es schon einige. «Es hat bereits proaktives Interesse von verschiedener Seite gegeben», so eine Ministeriumssprecherin gegenüber AFP.

Erst vergangenes Jahr aufgestockt

Erst Ende vergangenen Jahres stockte die Regierung Lettlands nach einem langwierigen Streit mit Minderheitseigentümer Bertolt Flick ihren Anteil von 52,6 auf 99,8 Prozent auf. Nach einem Monate andauernden Gerangel warf Flick am 5. Oktober 2011 das Handtuch. Die Regierung hatte ihm zuvor Korruption und Intransparenz vorgeworfen. Nach ihm übernahm sein deutscher Landsmann Gauss die Geschäfte der Airline und fuhr ein hartes Restrukturierungsprogramm - das nun offenbar Früchte trägt. Air Baltic fliegt momentan mit 33 Fliegern 55 Destinationen an.

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Redaktion