Air-Baltic-Flugbegleiterinnen am A220: Die Airline setzt voll auf das Airbus-Modell.

Ableger in EuropaAir Baltic plant neue Fluglinie mit A220

Die lettische Airline hat eine Option auf 30 Airbus A220, die sie nicht selbst benötigt. Die Jets könnten bei einer neuen Tochter von Air Baltic zum Einsatz kommen.

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14 Airbus A220-300 gehören schon zur Flotte von Air Baltic. 36 weitere Exemplare des Jets, der früher Bombardier C-Series hieß, hat Lettlands staatliche Fluggesellschaft fest geordert. Damit nicht genug: Sie verfügt auch über eine Option auf nochmals 30 A220-300. Was damit geschehen könnte, hat Geschäftsführer Martin Gauss nun verraten.

Air Baltic prüft laut Gauss die Gründung eines Ablegers in einem anderen europäischen Land, wie er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg erklärte.* Die Tochterfluggesellschaft würde dann die 30 A220-300 aus der Option erhalten. Zur Finanzierung erwägt Air Baltic, die sich zu 80 Prozent in Staatsbesitz befindet, private Geldgeber an Bord zu holen. Zwar sei es möglich, sich um weitere Gelder aus der Staatskasse und des dänischen Minderheitsinvestor Lars Thuesen zu bemühen, so Gauss. Aber auch eine private Beteiligungsgesellschaft komme in Frage.

Wizz Air als positives Beispiel

Der Geschäftsführer nannte die Billigflieger Wizz Air und Volotea als Beispiele für Fluggesellschaften, die vom Engagement von Investmentfirmen profitierten. Weiter erklärte Gauss, es sei ebenfalls denkbar, dass Air Baltic Anteile an eine andere Fluggesellschaft veräußere. In jedem Fall könnte eine Beteiligung von privater Seite den Weg zu einem künftigen Börsengang der lettischen Airline ebnen.

Gauss' Interesse an einem Investor ist nicht neu. «Wir haben einen spannenden Hub und sehr niedrige Kosten», hatte er schon 2015 im Interview mit aeroTELEGRAPH gesagt. «Daher sind wir für eine andere, große Fluglinie durchaus interessant.»

50 A220 für Air Baltic ausreichend

Details zu den Plänen für eine neue Airline will Air Baltic Ende des Jahres bekannt geben, wenn man über die Optionen bei Airbus entscheidet. Zuvor möchte das Unternehmen einen Berater für die Fragen rund um die Finanzierung berufen. Dies soll geschehen, sobald die Parteien in Lettland die aktuelle Regierungsbildung erfolgreich abgeschlossen haben.

Trotz des geplanten Ausbaus bei Air Baltics Strecken und beim Chartergeschäft scheint es für Gauss nicht wirklich in Frage zu kommen, die Optionen auf die 30 zusätzlichen A220 für die eigene Flotte zu nutzen. Die bestellten 50 Jets, die zur Einheitsflotte von Air Baltic werden sollen, reichten aus, um den eigenen Bedarf zu decken, so der Geschäftsführer.

Ergänzung, 29. Mai 2019: Air-Baltic-Chef Gauss sagte im Gespräch mit Aviation Net Online mittlerweile, dass es sich um eine Fehlinformation handele. Man prüfe zwar die Etablierung von zumindest einer Basis in Westeuropa. Sollte man sich dafür entscheiden, würde dies jedoch mit dem bestehenden AOC von Air Baltic und unter der Marke Air Baltic umgesetzt werden. Die Gründung einer Tochtergesellschaft sei zu keinem Zeitpunkt geplant gewesen.

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