C-Series von Air Baltic: Die Airline will mehr.

EinheitsflotteAir Baltic kauft bis zu 60 weitere C-Series

Die lettische Fluggesellschaft wechselt auf eine Einheitsflotte und kauft dazu weitere Bombardier C-Series. Damit will Air Baltic kräftig expandieren.

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Ein wüster Streit zwischen den beiden großen Aktionären und tiefrote Zahlen. So zeigte sich Air Baltic noch Anfang des Jahrzehnts. Die lettische Nationalairline kam deshalb nicht um eine harte Sanierung herum. Die Flotte wurde redimensioniert, die Hälfte der Mitarbeiter entlassen, das Streckennetz zusammengestrichen. Das ist längst Geschichte.

Inzwischen schreibt Air Baltic schon fünf Jahre in Folge Gewinn, die Flotte wurde mit Bombardier C-Series CS300 erneuert und das Streckennetz stetig erweitert. Die Passagierzahlen stiegen 2017 auf 3,5 Millionen. Für Geschäftsführer Martin Gauss ist das Grund genug, nun noch mehr Schub zu geben. Seine Fluggesellschaft ordert deshalb zu den bereits bestellten 20 CS300 bis zu 60 weitere Exemplare, wie sie am Montag (28. Mai) bekannt gab.

Neu eine Einheitsflotte

30 C-Series CS300 bestellt Air Baltic fest, für weitere 30 Exemplare sicherten sich die Letten Optionen. Derzeit wechseln sie auf eine Einheitsflotte. Auf gewissen Strecken fliegt Air Baltic noch mit zwölf Bombardier Dash 8 Q400. Die letzten elf Boeing 737 werden nach und nach mit den schon früher bestellten C-Series ersetzt und verkauft.

Die neuen Flieger bezahlt Air Baltic aus eigenen Mitteln. Zum Teil sollen sie aber auch über so genannte Sale-and-Lease-Back-Transaktionen finanziert werden. Die Auslieferung startet 2019 und wird bis 2024 andauern. Air Baltic wird dann eine Flotte von mindestens 60 Flugzeugen besitzen, vielleicht werden es am Ende sogar 80 Jets. Heute sind es noch 31 Flieger.

C-Series macht Air Baltic attraktiver

Gauss baut die Flotte nicht ohne Grund aus. Er plant mit den neuen Flugzeugen noch mehr Strecken ab den Nachbarländern Litauen und Estland anzubieten. «Wir sind schon jetzt Marktführer im Baltikum», sagt er. Diese Stellung baue man nun aus. «Dabei hilft uns die Einheitsflotte und die Sparsamkeit der CS300.» Neben neuen Destinationen plant Air Baltic einen Ausbau des Wet-Lease- und Chartergeschäfts.

Er sieht aber noch einen weiteren Vorteil. Die Einheitsflotte aus modernen Flugzeugen mache Air Baltic nochmals attraktiver für einen strategischen Investor. Einen solchen zu finden, hatte Gauss schon vor einiger Zeit zu einem zentralen Ziel gemacht.  «Wir haben einen spannenden Hub und sehr niedrige Kosten. Daher sind wir für eine andere, große Fluglinie durchaus interessant», sagte er 2015 im Interview mit aeroTELEGRAPH.

Größter Betreiber in Europa

Der neue Investor ist auch wichtig für Bombardier. Denn Gauss sieht zwei Bedingungen für eine Ausübung der Optionen für 30 weitere C-Series CS300. Die eine ist ein Geldgeber, der die strategische Stoßrichtung mitträgt und sie mitfinanziert. Die andere ist, dass sich die Branche weiterhin gut entwickelt und

Mit der neuen Order wird Air Baltic zu einem der wichtigsten Kunden der C-Series. Nur Delta Air Lines (75 Exemplare) bestellte mehr der kanadischen Flieger. Air Canada orderte 45 Stück. Die Letten werden auch zum größten Betreiber des Flugzeugmodells in Europa. Swiss bekommt insgesamt 30 C-Series.

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Martin Gauss: «Wir schauen uns auch die Embraer E-190 und den Sukhoi Superjet 100 an. Der Mitsubishi Regional Jet gefällt uns auch sehr gut. Er kommt aber zu spät auf den Markt.»

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