Whisky: Die Crew trank zwei Flaschen.

Air BalticBetrunkener Kopilot: «Froh, dass Polizei uns stoppte»

Eine Crew von Air Baltic machte kürzlich Schlagzeilen, weil sie betrunken den Dienst antrat. Der Kopilot stand nun vor Gericht. Die Airline testet zudem neu alle wichtigen Mitarbeiter auf Alkohol.

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Der lettische Kopilot hat heute ein ziemlich schlechtes Gewissen. «Wir haben irgendwann die Kontrolle verloren», erklärte der 38-Jährige am Montag (17. August) vor einem Gericht im norwegischen Lillestrøm. Er war am frühen Morgen des 8. August zusammen mit seinen Crewkollegen von Air Baltic am Flughafen Oslo in einer Alkoholkontrolle hängen geblieben und festgenommen worden. Die Männer und Frauen waren stark alkoholisiert und hätten wenig später einen Flug nach Kreta durchführen sollen.

Nun mussten die inzwischen entlassenen Angestellten vor Gericht aussagen, wie norwegische Medien berichten. Er und seine Kollegen hätten am 7. August um zirka 15 Uhr vor dem Crew-Hotel zu trinken begonnen, erzählte der Ex-Kopilot dem Richter. Sie hätten ausgemacht, mit dem schweren Alkohol um 20 Uhr aufzuhören und dann auf Bier zu wechseln. Aber daran hielten sich die Air-Baltic-Angestellten offenbar nicht. Wie genau der Abend ablief, daran kann sich der Mann zwar nicht mehr erinnern. Aber vor Gericht gab er an, man habe zusammen wohl zwei Flaschen Whisky getrunken - plus Bier.

Air Baltic führt Routine-Atemluft-Test ein

Die Polizei wertete Überwachungskameras aus. Auf einem Bild ist der Kopilot zu sehen, wie er in einer Bar nur vier Stunden vor dem Abflug des Fluges nach Kreta um 5:45 Uhr morgens einen Drink bestellt. Die Beamten maßen beim Kopiloten denn auch eine Blutalkoholkonzentration von 1,35 Promille. Der Pilot kam auf 0,4 Promille, zwei Flugbegleiter auf 0,4 und 0,8 Promille. Er sei froh, dass «die Polizei uns stoppte», so der Ex-Kopilot.

Das Gericht verurteilte den Kopiloten nun zu 6 Monaten Haft. Der Prozess des Piloten wurde auf den 17. September vertagt. Die Flugbegleiter bekamen eine Haftstrafe von 45 und 60 Tagen. Air Baltic entschuldigte sich gleich nach dem Vorfall. «Sicherheit ist unsere oberste Priorität», so die lettische Airline. Man habe die Kontrollmechanismen verschärft. Ab sofort müsse jeder Mitarbeiter von sicherheitskritischen Bereichen vor dem Flug einen Atemluft-Test machen. Zudem würden die Zufallskontrollen bei den Crews verschärft.

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