Animation des A380 von Air Austral: Definitiv weniger Sitzplätze.

Ausweg aus dem A380-Dilemma

Air Austral will die Anzahlung für ihre zwei A380 nicht verlieren. Doch Geld für die Übernahme der Jets hat sie nicht. Nun prüft sie eine Umwandlung der Order.

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«Das Projekt wurde aufgegeben», sagt Marie-Joseph Malé. Der Vorstandsvorsitzende von Air Austral wird keine A380 in der XXL-Version bestellen, wie das vor zwei Jahren noch geplant war. Sein Vorgänger an der Spitze der Fluggesellschaft mit Sitz auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean orderte 2009 zwei A380 in einer Einklassenkonfiguration bei Airbus. Sie hätten rund 840 Sitzplätze geboten - mehr als bei jeder anderen Airline. Air Austral plante dafür eigens eine Billigtochter zu gründen. Outremer380 hätte Passagiere mit den A380 zu Tiefstpreisen von Paris auf die Ferieninsel fliegen sollen. «Es gibt ein Risiko der Kannibalisierung des eigenen Angebots durch eine solche Lowcost-Tochter», erklärte Malé am Freitag (21. September) vor den Medien.

Klar ist auch, dass die Fluggesellschaft die 30 Millionen Euro Anzahlung nicht verlieren will, welche sie an den europäischen Hersteller überwies. «Wir befinden uns in Diskussionen mit Airbus», erklärte Malé gemäß dem Informationsportal Zinfos 974. Alle Optionen lägen auf dem Tisch. Konkret heißt das: Verzögerung der Bestellung, um finanziell weiter zu gesunden, eine ausgewogenere Konfiguration der Maschinen, ein Ersatz der A380 durch andere Flugzeugtypen oder im Notfall halt doch eine Annulierung. Die meisten Möglichkeiten sind indes eher theoretisch denn praktisch. Denn Geld für die Bezahlung der beiden A380 hat Air Austral keines. Sie verliert noch immer Geld. Letztes Jahr musste sie von der Inselregierung gestützt werden. Bei der Annulierung wäre die Anzahlung verloren.

Entscheid in den nächsten Monaten

Schadlos kommt Air Austral deshalb wohl nicht mehr aus der Lage heraus, in welche der ehemalige Firmenchef Gérard Ethève sie mit seiner Order der beiden XXL-A380 führte. Auch eine Umwandlung der Bestellung in eine Order eines Airbus A320 oder A330, wie sich die neuen Firmenleiter gemäß dem Portal Clicanoo überlegen, hat Nachteile. Denn bislang besteht die Flotte neben ATR für den nationalen Verkehr ausschließlich aus Jets von Boeing. Der Airbus wäre also im Unterhalt teurer. Bis Mitte 2013 will Malé das Problem deshalb nun endgültig lösen.

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