Computeranimation des Absturzes: Crew reagierte falsch.

AF447: Kritik an Air France und Airbus

Einen Monat vor offizieller Publikation tauchte der Schlussbericht zum Absturz des Airbus A330 von Air France auf.

Top-Jobs

Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs
logo aerotelegraph rund

Journalist:in Militärluftfahrt und Verteidigung

Medien
aeroTELEGRAPH
Top jobs
Home Office
Lübeck

Safety Manager (m/w/d) am Flughafen Lübeck

Lübeck
Feste Anstellung
Flughafen Lübeck
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Menschliches Versagen steht im Zentrum: Die Piloten des Unglücksfluges vom 1. Juni 2009 von Rio de Janeiro nach Paris begriffen nicht früh genug, dass sie den Auftrieb verloren hatten. Dies hält der Schlussbericht der französischen Untersuchungsbehörde Bureau d'Enquêtes et d'Analyses BEA fest, welcher nun in Brasilien vor der offiziellen Publikation in den Medien auftauchte. Der Strömungsabriss war durch ein unkorrektes Manöver des jüngeren Kopiloten herbeigeführt worden, welcher zu jener Zeit den Airbus A330 von Air France steuerte. In den letzten Sekunden erfassten die beiden Kopiloten die Lage und versuchten die Maschine noch zu retten, hält der Bericht gemäß dem Nachrichtenportal G1 fest. Doch der A330 flog bereits mit einer derart tiefen Geschwindigkeit, dass das kaum mehr möglich war.

Gemäß internationalem Luftfahrtrecht - festgehalten in der Konvention von Chicago - erhalten andere beteiligte Länder Schlussberichte zu Flugzeugabstürzen 60 Tage vor Publikation. Die Untersuchungsstelle darf dann nichts mehr an ihren Feststellungen ändern, muss aber die Ergänzungen oder Einwände aus anderen Staaten im Bericht festhalten. Das Schreiben über Flug AF447 ging von Frankreich an die USA, an Deutschland und an Brasilien. Dort wurde es nun offenbar den Medien zugespielt.

Kabinendesign mit Makeln

Nicht nur die Crew wird aber im Schlussbericht offenbar kritisiert. So schreibt G1, dass das BEA auch das fehlende Training der beiden Kopiloten für solche Situationen rügt. Es sei dafür verantwortlich, dass die Kopiloten nicht begriffen, dass sie an Höhe verloren. Keiner der beiden habe von Air France eine Schulung erhalten, was in Reiseflughöhe bei einem Strömungsabriss zu tun sei, wenn keine verlässlichen Angaben zur Geschwindigkeit vorliegen. Zudem wird offenbar auch das Kabinendesign durch Airbus kritisiert. So seien die Darstellung der Informationen im Cockpit nicht ideal. Zudem wird ein automatisches Verfahren gerügt. Wenn der Autopilot sich abschaltet, wechselt der Airbus vom Modus «normal law» zu «alternate law». Bei normal law ist der Jet gegen unkontrollierte Eingriffe der Piloten und gegen Strömungsabriss geschützt. Bei alternate law ist die Maschine kaum gegen Fehleingaben und Manipulationen geschützt. Es existieren in diesem Modus zudem gemäß G1 zwei mögliche Einstellungen - eine mit und eine ohne Schutz vor Strömungsabriss. Beim Unglücksflug AF447 war letzteres der Fall - ein fataler Mangel.

Ein Interview zum Crash Rio - Paris finden Sie hier.

Das Protokoll der letzten Minuten finden Sie hier.

Mehr zum Thema

ticker-air-france

Frankreichs Staatsanwaltschaft fordert Verurteilung von Air France und Airbus wegen Absturz von AF447

Ein Bild, das inzwischen zum Symbol für Unglücksflug AF 447 wurde: Leitwerk des abgestürzten Airbus A330 im Atlantik.

Airbus verteidigt sich vor Gericht gegen Vorwürfe im Fall AF447

Brasilianische Rettungskräfte finden die Heckflosse des A330: Kommt es zehn Jahre später zum Prozess?

Staatsanwaltschaft will Prozess gegen Air France

Der Erstflug des Airbus A330: Am 2. November 1992 hob der neue Langstreckenjet erstmals ab.

Der Start, die dunkelste Stunde und die Zukunft des A330

Video

alaska airlines
Die amerikanische Fluggesellschaft ist Boeing-Kundin durch und durch. Das zeigte sie bisher auch auf jedem ihrer Flugzeuge - mit der Aufschrift Proudly All Boeing. Nun hat Alaska Airlines ihren Slogan angepasst.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
alaska airlines 1282 ntsb boeing 737 max 9
Obwohl im Flug ein Loch im Rumpf einer Boeing 737 Max 9 von Alaska Airlines klaffte, landete die Crew das Flugzeug im Januar 2024 sicher. Jetzt klagt der Kapitän gegen den Flugzeughersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
amsterdam schiphol schneemann
Der Schnee sorgt für Chaos und Hunderte Flugausfälle am größten Flughafen der Niederlande. Trotz der harten Bedingungen hat das Bodenpersonal in Amsterdam offenbar Spaß bei der Arbeit.
Timo Nowack
Timo Nowack