Der Figaro an Bord einer Air-France-Maschine: nicht immer gerne gesehen.

AF447: Stiller Protest der Piloten

Crews von Air France fliegen nicht, wenn sich Ausgaben des Figaro an Bord befinden. Das Blatt hatte die AF447-Piloten heftig kritisiert.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Seit Anfang August kommt es gemäß der französischen Sonntagszeitung Le Journal du Dimanche immer wieder zu regelrechten Boykotten. Solange sich Ausgaben der Zeitung Le Figaro an Bord befänden, würden gewisse Air-France-Piloten nicht abheben. Erst wenn die Exemplare dann von Bord gebracht worden seinen, würden sie den Flug aufnehmen. Die Fluggesellschaft weist den Vorwurf der Zensur zurück. Dazu habe man «zuviel Respekt vor der Presse». Sie dementiert die Berichte aber nicht generell, sondern hält sie für «sehr anekdotisch».

Hinter den vereinzelten Protesten den Air-France-Crews steht das emotionale Thema des Absturzes des Airbus A330 auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris vor zwei Jahren. Le Figaro hat wiederholt exklusive Artikel mit Interna aus der Untersuchung veröffentlicht. Diese warfen oft ein schiefes Licht auf die Piloten des Unglücksfluges AF447. Die Piloten kritisieren die Haltung der Figaro-Redaktion als «unverständlich» und voreingenommen gegenüber den Flugkapitänen. «Wir wollen keine Spezialbehandlung», erklärte Air France gegenüber dem Journal du Dimanche. Aber man verlange vom Figaro «eine ausgeglichene Sicht der Dinge».

Durchaus schmerzhaft

Ein Boykott des Figaro könnte theoretisch ziemlich schmerzhaft für das Blatt sein. Denn von den rund 100 Millionen Exemplaren, welche die Zeitung pro Jahr absetzt, gehen 9,8 Millionen an Air France. Rund ein Zehntel der Auflage wird also an Bord der nationalen Fluglinie verteilt. Würden sie wegfallen, wäre das für den Figaro zwar finanziell weniger schmerzhaft: die Flugexemplare werden vergünstigt oder gratis abgegeben - aber von der Auflage her wäre es ein deutlicher Einschnitt.

Mehr zum Thema

ticker-airbus-konzern-

Urteil zu Flug AF447: Airbus legt Berufung ein

Tragisches Unglück: Der Absturz von Flug AF447 im Jahr 2009.

Absturz von Flug AF447: Air France und Airbus schuldig gesprochen

ticker-air-france

Frankreichs Staatsanwaltschaft fordert Verurteilung von Air France und Airbus wegen Absturz von AF447

Ein Bild, das inzwischen zum Symbol für Unglücksflug AF 447 wurde: Leitwerk des abgestürzten Airbus A330 im Atlantik.

Airbus verteidigt sich vor Gericht gegen Vorwürfe im Fall AF447

Video

airbus a340 600 lufthansa abschied duesseldorf
Der erste von vier Airbus A340-600 von Lufthansa hat Düsseldorf wieder verlassen. Der lange Vierstrahler winkte zum Abschied.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A350 von Finnair in Melbourne: Der Weihnachtsmann fliegt selbstverständlich mit der finnischen Nationalairline nach Australien.
15.200 Kilometer, ein Zwischenstopp in Bangkok und ein neuer Kontinent im Streckennetz: Finnair hat ihre erste Australien-Verbindung eröffnet. Weshalb die Wahl auf Melbourne fiel, warum auch Fracht eine wichtige Rolle spielt und weshalb selbst der Iran-Krieg die Airline nicht von ihren Plänen abbrachte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg