Die Black Box von AF447

AF447: Die letzten Worte im Cockpit

Jetzt sind die letzten Worte der Cockpit-Crew des Katastrophenfluges öffentlich. Der Dialog zeigt, wie verzweifelt und planlos die Piloten agierten.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

«Also, kommt er jetzt?» - Das fragte Co-Pilot David Robert im Cockpit des Air-France-Fluges AF447 seinen Kollegen Pierre-Cedric Bonin, rund vier Minuten, bevor das Flugzeug in den Atlantik stürzte. «Er», das ist Marc Dubois, der Pilot der Maschine, der sich zu dem Zeitpunkt in einer Routine-Pause befand. Der Routinier mit 11'000 Flugstunden Erfahrung hatte die beiden Ko-Piloten mit 6500 und 2900 Flugstunden zurückgelassen und zuvor noch Anweisungen geben, sich vom Sturm nicht aufzuhalten, der sich vor ihnen aufbaute (aeroTELEGRAPH berichtete).

Schon kurze Zeit später kam es in der Gewitterfront zu einem Strömungsabriss. Daher die verzweifelten Worte Roberts: «Also, kommt er jetzt?». Eine Minute später erscheint Dubois im Cockpit: «Hey, was macht ihr..?» fragt er. Robert anwortet: «Was passiert hier? Ich weiß nicht... ich weiß nicht, was passiert.» Es ist der Anfang eines hektischen Dialoges im Cockpit des Unglückfluges an dessen Ende der Airbus in den Atlantik stürzte. Die Gespräche wurden nun in einem weiteren Bericht des Bureau d'Enquetes et d'Analyses öffentlich gemacht.

Air France vs. Airbus

Was passiert war: In Folge eines vereisten Geschwindigkeitsmessers hatte sich der Flieger so verlangsamt, dass es zu einem Strömungsabriss kam. Statt die Nase des Flugzeugs zu senken - wie es im Protokoll vorgesehen war - hatten die Co-Piloten sie hochgezogen. Air France hatte in einem Statement bekannt gegeben, dass man den Piloten keine Schuld anlasten solle - sie seien von viele verschiedenen Signalen aus dem Cockpit verwirrt worden, die keine klaren Schlüsse darüber zuließen, wie man handeln könnte. Der Flugzeugbauer Airbus aber argumentiert dagegen: Mit dem Flugzeug hätte alles gestimmt, die Piloten hätten falsch reagiert.

Je näher der Jet dem Atlantik kam, desto panischer die Unterhaltung im Cockpit. Kurze panische Fragen reihen sich aneinander.

«Was ist unsere Höhe?»

«Was meinst Du, welche Höhe?»

«Ja, ja, ja, wir sinken, richtig?»

«Na los, zieht hoch!»

Passagiere merkten wohl nichts

Als nächstes meldet sich der Bordcomputer: «Sink rate, pull up, pull up, pull up.» Dubois ruft seinen Co-Piloten zu: «Na los, zieht hoch!», Bonin antwortet: «Wir ziehen doch, wir ziehen, wir ziehen hoch!»

Kein Wort darüber, dass das Flugzeug in den nächsten Sekunden auf dem Meer zerschellen könnte und alle Insassen sterben. Die letzten Worte, die zu hören sind, sind von Captain Dubois, mit einer erstaunlich ruhigen Stimme: «Zehn Grad Neigung». Eine halbe Sekunde später endet die Aufnahme.

Video

Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die VA-1X von Vertical Aerospace: Zeigte in Farnborough, was sie kann.
Elektrische Senkrechtstarter gelten als eines der Zukunftsthemen der Luftfahrt. Auf der Farnborough Airshow demonstrierte Vertical Aerospace eindrucksvoll die Fähigkeiten seines Prototyps. Bis Passagiere regelmäßig mit Evtols fliegen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin