Aerotoxisches SyndromEuropa-Norm soll gesündere Kabinenluft bringen

Sind Dämpfe an Bord schädlich oder nicht - um diese Frage tobt ein Glaubenskrieg. Nun soll in Europa eine Norm für Kabinenluft entstehen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Die Luftfahrtindustrie und die Arbeitnehmerorganisationen streiten sich seit Jahren um die Gefahr verunreinigter Kabinenluft. «Nicht wirklich messbar», heißt es auf der einen Seite, «eindeutig gesundheitsschädlich», auf der anderen. Um das Thema aerotoxisches Syndrom tobt eine Art Glaubenskrieg.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Art, wie die Atemluft in den meisten modernen Flugzeugen – mit Ausnahme der Boeing 787 – erzeugt wird. Sie wird ungefiltert über die Triebwerke gewonnen. Der Fachausdruck dafür heißt Zapfluft. Verbrennt Triebwerksöl, kann es sein, dass giftige Dämpfe mit dem Nervengift TCP entstehen. Und diese können über diesen Mechanismus in den Passagierraum gelangen.

Keine verbindliche Regelung

In der Tat gibt es ab und an Fälle, in denen Passagiere, Flugbegleiter und Piloten über unerklärliche, plötzliche Benommenheit, Kopfschmerzen und Übelkeit klagen. Doch wie gefährlich ist das wirklich und ist wirklich die Zapfluft daran schuld? «Die Häufigkeit von Arbeitsunfähigkeit und Tod ist bei Piloten damit 400 Prozent größer als bei Berufsgruppen, die nicht solchen Dämpfen ausgesetzt sind», sagt die britische Expertin Susan Michaelis. Es gebe keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Kabinenluft und gesundheitlichen Problemen, so Industrievertreter.

Dennoch arbeitet eine Arbeitsgruppe des Europäischen Komitees für Normung CEN unter dem Projektnamen TC 436 seit sechs Jahren an einem Standard für Kabinenluft. Und im September will sie offenbar ihren ersten Vorschlag für eine Regelung vorlegen, schreibt die Zeitung Handelsblatt. Verbindlich wird sie aber nicht sein. Denn dazu müsste sie die EU-Kommission sie offiziell vorschreiben.

Unter anderem bessere Ausbildung

Das ist aber kaum zu erwarten. Zu wenig eindeutig sind die wissenschaftlichen Belege für das aerotoxische Syndrom und zu klar die Abwehrhaltung der Branche. Am Ende werde es daher bei Empfehlungen bleiben. Lediglich bessere Wartung, bessere Ausbildung und Sensibilisierung der Arbeitnehmer sollen vorgeschrieben werden, so das Handelsblatt.

Mehr zum Thema

Luftdüsen: Kommt hier manchmal Giftiges heraus?

Easyjet bekämpft giftige Dämpfe

Druck auf die Airlines: Mit einem Bluttest sollen Betroffene die Folgen von giftigen Dämpfen in der Kabine nachweisen können.

Bluttest soll Druck auf Luftfahrtindustrie erhöhen

Pilot und Passagiere: Toxische Kabinenluft?

Mediziner warnt vor Kabinenluft

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Video

boeing 777 klm amsterdam durchstarten
Eine Boeing 777 von KLM startete bei der Landung in Amsterdam bei starkem Seitenwind durch. Ein Video zeigt den entscheidenden Moment.
Timo Nowack
Timo Nowack
privatjet nigeria landung
Eine Bombardier Challenger 600 musste in Nigeria außerhalb des Flughafens Asaba auf einer Straße aufsetzen. Während alle Insassen unverletzt blieben, sorgte wenige Stunden später ein eigenmächtiger Start des Privatjets für Ermittlungen der Luftfahrtbehörden.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Papst Leo: Offenbar auch ein Luftfahrtfan.
Kampfjet-Eskorte, Funkkontakt und ein Platz auf dem Jumpseat: Papst Leo XIV. erlebte bei einem Flug durch Spanien einen besonderen Moment.
Laura Frommberg
Laura Frommberg