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Schicksalswochen für Aer Lingus

Die irische Regierung verkauft ihren restlichen Anteil an der Fluggesellschaft. Ein Interessent könnte Easyjet sein.

Aer Lingus

Jet von Aer Lingus: Wer bekommt den Zuschlag?

75 Jahre alt und noch heiß begehrt: Die 1936 gegründete Aer Lingus ist umworbener denn je. Denn die irische Regierung stößt nun ihren verbliebenen Anteil von 25 Prozent an der irischen Fluggesellschaft ab. Dazu ist sie gezwungen. Denn die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds, die das Land 2010 vor dem Bankrott gerettet haben, verlangen Verkäufe von Staatseigentum über fünf Milliarden Euro. Die Käufer stehen gemäß irischen Medienberichten Schlange. Vor allem die Landerechte in Dublin und London Heathrow machen Aer Lingus zum attraktiven Übernahmeobjekt. Denn das ganze Unternehmen ist derzeit nur gerade Mal 360 Millionen Euro wert.

Das bringt neue Dynamik in ein festgefahrenes Geschäft. 2006 verkaufte Dublin den Mehrheitsanteil an Aer Lingus. Ryanair sicherte sich damals 29,8 Prozent. Doch sowohl die Regierung als auch die Belegschaft waren dagegen, dass der irische Billigflieger noch mehr Anteile hinzukauft. Er hat dennoch versucht, Aer Lingus mittels öffentlichem Übernahmeangebot unter seine Kontrolle zu bringen. Doch die EU blockierte das Vorhaben, Ryanair blieb aber Aktionärin. Seither ist Aer Lingus gelähmt. Die zwei gegnerischen Lager blockierten alle Vorhaben gegenseitig.

Easyjet gegen Ryanair?

Das irische Finanzministerium hält daher heute noch 25,1 Prozent, Ryanair 29,8 Prozent und die Angestellten rund 14 Prozent. Der jetzige Verkauf könnte die Karten neu mischen, wie die Zeitung Irish Independent schreibt. Sie nennt gleich mehrere mögliche Käufer. So sei die irische Airline nicht nur für British Airways/Iberia wegen der Slots in Heathrow sehr interessant. Auch Lufthansa könnte interessiert sein. Und vor allem nennt der Independent Easyjet als neue Interessentin. Ein Kauf wäre für den Billigflieger ein Klacks – und er könnte so Ryanair gleich in der Heimbasis angreifen.



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