Letzte Aktualisierung: um 7:49 Uhr

Zug statt Flug

4,3 Millionen Passagiere sollen auf die Bahn umsteigen

Weniger Inlandsflüge, dafür bessere Zugverbindungen - das wollen der Luftfahrtverband BDL und die Deutsche Bahn gemeinsam erreichen. Sie haben ein konkretes Ziel.

BDL/DB

Aus Flug wird Zug: BDL und DB sehen Millionen-Potenzial.

Die Zahl der Inlandsflüge in Deutschland soll deutlich sinken. Das sagen nicht Kritiker der Luftfahrt, sondern der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL und die Deutsche Bahn DB. Sie starten einen gemeinsamen Aktionsplan zum Umstieg auf die Schiene und damit zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen.

In einer am Donnerstag (15. April) unterzeichneten Erklärung kündigen sie an, die Schnittstellen und das Angebot so zu verbessern, dass sich mehr Reisende für die Schiene entscheiden, insbesondere bei der Anreise zu Drehkreuzen. «Die Luftverkehrswirtschaft und die DB sehen das Potenzial, dass sich gut 20 Prozent der innerdeutsch mit dem Flugzeug Reisenden stattdessen für die Schiene entscheiden», schreiben sie. Mittelfristig wollen die Partner «rund 4,3 Millionen Fluggäste für den Umstieg auf den Zug gewinnen».

«Frequenzen reduzieren und Verbindungen einstellen»

«Im Jahr 2019 hat die Luftverkehrsbranche rund 23 Millionen Reisende verzeichnet, davon 8 Millionen im Zubringerverkehr und 15 Millionen auf reinen Inlandsreisen», rechnen BDL und DB vor. «Im Ergebnis ließe sich der Anteil des innerdeutschen Luftverkehrs an den CO2-Emissionen in Deutschland um ein Sechstel reduzieren.»

Grafik: BDL/DB

Um das zu erreichen, soll das Angebot an Zubringerzügen zu internationalen Flügen wachsen, etwa das Angebot Lufthansa Express Rail. «Dort, wo die Passagiere das Angebot annehmen und vermehrt auf die Schiene umsteigen, kann die Luftverkehrswirtschaft folgerichtig Flugfrequenzen reduzieren und auch Verbindungen einstellen, wie etwa auf der Verbindung Köln-Frankfurt oder zuletzt auf der Strecke Berlin-Nürnberg», heißt es.

Gepäckaufgabe soll einfacher werden

Die Bahn wird Infrastruktur und Angebot besonders zwischen den großen Städten ausbauen. Ziel ist ein «hochfrequentes Fernverkehrsnetz mit bis zu zwei Zügen pro Stunde zwischen den Metropolen». Zudem soll Umsteigen zwischen Flug und Zug durch bessere Wegeführung und Beschilderung einfacher werden. Auch den Übergang in den Sicherheitsbereich des Airports wollen BDL und DB verbessern. «Dabei soll auch die Gepäckhandhabung einfacher werden. Den Start hierfür macht der Flughafen Frankfurt.»

Aktuell sind fünf Flughäfen mit dem Fern- und Nahverkehr verknüpft (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Köln/Bonn und Leipzig/Halle) und weitere sieben Flughäfen mit dem Nahverkehr (Dresden, Friedrichshafen, Hamburg, Hannover, Lübeck, München und Stuttgart). Der Flughafen Stuttgart wird ab Dezember 2025 an den Fernverkehr angebunden. Zudem prüft Bayern Optionen für eine weitergehende Anbindung des Flughafens München.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.