Letzte Aktualisierung: um 14:18 Uhr
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Sparen mit dem 3-D-Radar

Ein neuer Radar soll Piloten ermöglichen, gefährliche Wetterlagen besser zu erkennen. Das hilft bei der Routenplanung.

Honeywell

Der Radar erfasst die Wetterlage dreidimensional.

Turbulenzen sind zwar in den allermeisten Fällen nicht gefährlich – aber eben doch für viele ziemlich unangenehm. Und zumindest bei extremen Ausprägungen, die oft unvorhergesehen aufkommen, können Passagiere oder Crew sich verletzen, wenn sie nicht richtig gesichert sind. Mehrere Hundert Millionen Dollar kosten durch schlechtes Wetter ausgelöste Zwischenfälle die Branche jährlich. Und damit nicht genug: Verspätungen oder Flugausfälle durch schlechtes Wetter sorgen zusätzlich für Kosten. Grund genug zu versuchen, die Wetterbedingungen auf der Flugroute etwas vorhersehbarer zu machen.

Ein Radar, den das Unternehmen Honeywell entwickelte, soll durch eine bisher einzigartige Technik die Kosten senken. Statt wie bisher einen zweidimensionalen Radar zu nutzen, scannt der Wetterradar Intuvue dreidimensional. Das soll, so Honeywell, den Piloten ein weit vorausschauenderes Fliegen ermöglichen. Bis zu 70 Meilen vor einer Front können sie so erkennen, was sie erwartet. Etwa, wo im Falle eines Sturms das Auge ist. So könne man die Routen effizienter planen. Verspätungen oder gar Ausfälle würden sich durch das System deutlich reduziert Tests von Honeywell haben laut dem Unternehmen ergeben, dass sich die Entscheidungsfindung bei Piloten durch das neue System um 26 Prozent verbessert. Außerdem reduziere sich die Arbeitsbelastung.

3-D-Modell der Umgebung

Der Radar scannt die Umgebung vor dem Flugzeug bis zu einer Höhe von 60’000 Fuß (rund 18,3 Kilometern). Aus dem eingesammelten Bildmaterial erstellt er ein dreidimensionales Modell. So lässt sich auch erkennen, in welchen Unwettern Blitze zu erwarten sind. Turbulenzen lassen sich so von weiter weg vorhersehen. Bisherige Systeme erfassen nur einen zweidimensionalen Ausschnitt der Umgebung. So kommt es manchmal dazu, dass Flieger fälschlicherweise umkehren, weil ein Objekt etwa am Boden als ein Wetterelement angesehen wird.

Das soll mit dem neuen Radar nicht mehr passieren. Die Zahl dieser falschen Alarme verringert sich laut Honeywell um 15 Prozent. Im Einsatz ist der Radar schon bei vielen Fluggesellschaften weltweit. So nutzen etwa Turkish, Singapore oder Air Canada die Technik. Im Airbus-A380 und im neuen A350, der noch nicht auf dem Markt ist, gehört der Radar zur Standardausstattung.



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