Mitarbeiterinnen von 1Time diskutieren: Sanierung gescheitert.

1Time ist am Ende

Der südafrikanischen Fluglinie gelang es nicht, neue Geldgeber zu finden. Deshalb stellte sie nun den Betrieb ein. Viele sehen die Schuld auch bei der Regierung.

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Es sei das Ende eines Traums und einer Ära, schreibt Vorstandschef Blacky Komani auf der Webseite seiner Fluggesellschaft. Ein potenzieller Investor habe dem Management am Nachmittag des 2. November mitgeteilt, dass er nicht länger in der Lage sei, Geld in 1Time zu investieren. Daher gebe es keine Chance für ein Überleben mehr, ergänzt Komani. «Mit allergrößtem Bedauern, Enttäuschung und Ungläubigkeit müssen wir daher die Liquidation beantragen.» Der Betrieb werde per sofort eingestellt. 1Time saß auf einem Schuldenberg von rund 320 Millionen Rand (28 Millionen Euro/34 Millionen Franken). Zuletzt musste die Lowcost-Airline deshalb die Gebühren und Kerosinlieferungen an die südafrikanischen Flughäfen in bar bezahlen.

Das Unheil zeichnete sich bereits im Frühjahr ab. Damals erkannte das Management, dass sein Unternehmen dringend auf frisches Kapital angewiesen war. Doch die Verhandlungen mit Investoren kamen nicht voran. Im August flüchtete sich die Fluggesellschaft dann unter Gläubigerschutz. Danach wurden als Sanierungsmaßnahme unprofitable Strecken gestrichen. Doch da war es offenbar schon zu spät.

Staatlich gestützte Konkurrenz

Konkurrent Comair eilte 1Time am Freitag zumindest moralisch zur Hilfe. Von den elf seit der Marktliberalisierung 1991 gegründeten Fluggesellschaften seien zehn Pleite gegangen, erklärte Vorstandschef Erik Venter gemäß dem Nachrichtenportal Fin24. «Wir sind überzeugt, dass 1Time in Abwesenheit der staatlich subventionierten Konkurrentin Mango genügende Gewinne erwirtschaftet hätte», so der Comair-Lenker. Auch die Partei Democratic Alliance sucht die Schuld vor allem beim Staat. Das Ende von 1Time sei der Beweise «der fatalen Wirkung, welche die Anti-Wettbewerbs-Haltung der staatlich unterstützen South African Airways, SA Express und Mango haben», so Sprecherin Natasha Michael.

Die Regierung Südafrikas stützte South African kürzlich mit einer Bürgschaft über umgerechnet 465 Millionen Euro. 1Time wurde 2003 gegründet. Am Ende flog die Billigfluggesellschaft mit einer Flotte von zehn MD82, MD83 und MD87 neun Destinationen in Südafrika, Kenia, Sambia und Tansania an. Noch kurz vor der Flucht in den Gläubigerschutz hatte sie angekündigt, in Simbabwe einen Billigflieger zu gründen.

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