Letzte Aktualisierung: um 12:23 Uhr

An Leasinggeber

Zwei weitere russische Airlines wollen Jets zurückggeben

Russland versucht, möglichst viele Flugzeuge im Land zu halten. S7 Airlines und Air Bridge Cargo würden gerne Jets an Leasinggeber zurückgehen lassen - und baten um eine Ausnahmeregelung.

Boeing

Ein von zwei Boeing 737 Max von S7 Airlines: Werden nicht mehr gebraucht.

Der Prozess startete, als der Westen Sanktionen ausrief. Russland begann, Flugzeuge von russischen Fluglinien, die ausländischen Leasingfirmen gehören, ins nationale Register zu übertragen. Vor rund einer Woche verkündete Verkehrsminister Vitaly Savelyev, die Aktion sei mittlerweile so gut wie abgeschlossen. Nach internationalem Recht ist das illegal, wie zuletzt auch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation Icao festgehalten hat.

Mit der Umschreibung will Russland sicherstellen, dass die heimischen Fluglinien genug Flugzeuge haben. Denn fünf von ihnen haben schon früh freiwillig Flugzeuge an Leasinggesellschaften zurückgegeben, weil sie sich vor den Folgen fürchten, welche die illegale Aktion langfristig haben könnte: Azur Air, Nordwind, Royal Flight, Ifly und Pegas Fly.

Boeing 737 Max in Russland unbrauchbar

Jetzt haben sich laut Informationen der Zeitung Kommersant zwei weitere Airlines an das Verkehrsministerium gewandt, weil sie Flugzeuge zurückgeben wollen. So bestätigte S7 Airlines, dass sie beantragt habe, zwei Boeing 737 Max an den Leasinggeber zurückgegeben zu dürfen. Der Grund sei das «Fehlen einer Musterzulassung in der Russischen Föderation und der daraus resultierenden Unmöglichkeit des Betriebs», so die Fluglinie. Die 737 Max war nach den zwei tödlichen Unglücken 2018 und 2019 nie wieder in Russland zugelassen worden.

Laut einem Informanten von Kommersant will die zur Volga-Dnepr-Gruppe gehörende Air Bridge Cargo außerdem 14 Boeing 747 F zurückgeben. Mit einem der Leasinggeber, Dubai Aerospace Enterprise, verhandle die Frachtairline schon. Verzichten will sie auf die Flieger aber nicht.

Noch keine Antwort vom Ministerium

Volga-Dnepr strebt ein Joint Venture mit Etihad an, um die Flugzeuge gemeinsam außerhalb Russlands betreiben zu können. Das Gemeinschaftsunternehmen würde die zurückgegebenen Boeing 747 dann gleich wieder leasen. Kürzlich hatte es schon Berichte über den Plan mit Etihad gegeben. Da war aber noch von zehn Boeing 747 die Rede und davon, die Jets den Leasingfirmen abzukaufen.

Volga-Dnepr äußerte sich nun nicht gegenüber Kommersant. Sowohl Air Bridge Cargo als auch S7 sollen noch keine Antwort vom russischen Verkehrsministerium erhalten haben.