Letzte Aktualisierung: um 9:23 Uhr

Russische Frachtairline

Zieht Air Bridge Cargo mithilfe von Etihad nach Abu Dhabi um?

Die russische Frachtairline kann ihre Boeing 747 nicht mehr einsetzen. Jetzt prüft Air Bridge Cargo, ihre Basis nach Abu Dhabi zu verlegen und die Boeing 747 mithilfe von Etihad zu betreiben.

Air Bridge Cargo

Beladung einer Boeing 747 von Air Bridge Cargo: Bald wieder möglich?

Das Geschäft ist Air Bridge Cargo weggebrochen. Denn wegen der westlichen Sanktionen kann die russische Frachtairline ihre Boeing 747 nicht mehr einsetzen. Überlebt hat sie bisher nur, weil die Regierung in Moskau der Muttergesellschaft Volga-Dnepr mit einem großen staatlichen Auftrag hilft.

Doch im Hintergrund sucht das Management von Air Bridge Cargo offenbar nach einer Lösung. Gemäß einem Bericht des Magazins The Loadstars laufen seit einigen Wochen Gespräche mit Etihad Cargo. Die Idee ist es offenbar, dass die vier Boeing 747-400 F und zwölf 747-8 F aufs Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Englisch: AOC) der Fluggesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emirate zu übertragen. Zugleich sollen die Besatzungsmitglieder nach Abu Dhabi ziehen.

Etihad wird bald entscheiden

Dadurch könnte Air Bridge Cargo den Betrieb wieder aufnehmen und auch wieder Flüge nach Europa und Nordamerika anbieten. Geplant ist dabei gemäß The Loadstar, dass die zehn geleasten Boeing 747, die mehrheitlich in Russland stehen, den Leasinggesellschaften abgekauft werden. Dadurch könnten sie legalisiert und die Beziehungen zu den Leasingfirmen normalisiert werden.

Eine Idee ist auch, für die übernommenen Boeing 747 eine neue Tochter in Abu Dhabi zu gründen. Eine Entscheidung könnte gemäß dem Bericht schon bald fallen. «Im Rahmen unserer normalen Geschäftstätigkeit prüfen wir kontinuierlich potenzielle Geschäftsmöglichkeiten», erklärt ein Sprecher von Etihad gegenüber aeroTELEGRAPH.

Politisch heikel

Doch der Deal ist politisch heikel. Denn die Vereinigten Arabischen Emirate versuchen seit dem russischen Angriff auf die Ukraine einen Balanceakt. Auf der einen Seite wollen sie Moskau nicht verärgern, da viele Russinnen und Russen sich im Land niedergelassen und Unternehmen aufgebaut haben. Zugleich wollen sie aber den langjährigen westlichen partner USA nicht verärgern.

Und so stimmten die Vereinigten Arabischen Emirate zwar im März für eine Uno-Resolution, in der die Invasion «bedauert» und der sofortige und vollständige Abzug aller russischen Streitkräfte aus dem ukrainischen Hoheitsgebiet gefordert wird. Im April enthielten sie sich jedoch der Stimme, als es darum ging, Russland vom Uno-Menschenrechtsrat auszuschließen.