Flughafen Bratislava: Auf einem Niveau wie 2002.

Slowakische Flughäfen«Wurden in Entwicklung um 18 Jahre zurückgeworfen»

Auch in der Slowakei leiden die Flughäfen unter der Corona-Krise. Am zweitgrößten Flughafen des Landes verbleibt nur noch eine Linienverbindung.

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Für Jozef Pojedinec, Geschäftsführer des slowakischen Hauptstadtflughafens Bratislava war das vergangene Geschäftsjahr verheerend: «Wir wurden in unserer Entwicklung um 18 Jahre zurückgeworfen, eine so geringe Zahl abfliegender Passagiere haben wir zuletzt im Jahr 2002 verzeichnet», sagt er Dabei habe das Jahr noch sehr erfreulich mit Passagierzuwächsen im Januar und Februar begonnen. Hart getroffen wurde die Branche dann aber vom durch die slowakische Regierung auferlegten dreimonatigen Shutdown, der auch den gesamten Flugverkehr zum Erliegen brachte.

Während der Sommermonate entspannte sich die Situation leicht, zuvor geplante Charterflüge ans Mittelmeer konnten teilweise durchgeführt werden. Andere Flüge, wie in etwa ein kurzfristig organisierter Shuttledienst zwischen Bratislava und der kroatischen Feriendestination Split wurde vom Wet-Lease Spezialisten Air Explore innerhalb nur weniger Tage auf die Beine gestellt. Mehr als 4000 Slowaken flogen an die kroatische Adriaküste.

Immerhin mehr Fracht

Während Ryanair und Wizz Air ihren Flugbetrieb über dem Sommer mit einem reduzierten Angebot aufrecht hielten, mussten Fluglinien wie die russische Pobeda Airlines oder Flydubai wegen bestehender Einreiseverbote den Flugbetrieb nach Bratislava vorübergehend einstellen. Als Ergebnis der zahlreichen Einschränkungen nutzten im vergangenen Jahr nur 405.097 Passagiere den Flughafen Bratislava, was einem Passagierrückgang von 82 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Luftfrachtaufkommen stieg im selben Zeitraum um 21 Prozent auf insgesamt 24.739 Tonnen.

Ähnlich schlechte Verkehrsergebnisse wie in Bratislava lieferte auch der zweitgrößte Flughafen des Landes, im 440 km entfernten Kosice. Seit dem Jahr 2006 ist der kleine Regionalflughafen nach einer Privatisierung im Besitz der Flughafen Wien AG. Noch im Jahr 2019 hatte der nur unweit der ukrainischen Grenze gelegene Airport mit 558.064 abgefertigten Passagieren einen Allzeitrekord verzeichnet.

Nur eine Linienverbindung in Kosice

Die Coronakrise hinterließ jedoch auch in Kosice ihre Spuren. Gerade einmal 92.428 Passagiere, rund 83  Prozent weniger als im Vorjahr, frequentierten den Regionalflughafen der bis zum Ausbruch der Pandemie, von Austrian, LOT, Eurowings, Turkish Airlines, CSA, Ryanair und Wizz Air bedient wurde. Wie Flughafenmanager Michael Tmej gegenüber aeroTELEGRAPH bestätigt, war das abgelaufene Jahr alles andere als gut: «Zuletzt hatte das Weihnachtsgeschäft nach England im Dezember noch gut begonnen, wurde jedoch vom kurzfristig verhängten Landeverbot wieder abrupt gestoppt.»

Nach der Wiederaufnahme der Flüge bedient nun Wizz Air als einzige regelmäßige Verbindung des Flughafens, die Strecke zwischen Kosice und London-Stansted einmal wöchentlich. Sowohl Austrian Airlines als auch Ryanair haben ihren Neustart in Kosice für Ende März angekündigt.

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