Lukas, Chef des Bun Di in Medellín.

Coole PflasterWo Medellin pulsiert

An der Calle 53 in Medellín riecht es nach Empandadas, Flat White ist ein Fremdwort, in den Hausecken schlafen Obdachlose. Nirgendwo pulsiert das kolumbianische Leben so wie hier.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

Mit Medellín ist es ja so: Die meisten Touristen, die die zweitgrößte Stadt Kolumbiens zum ersten Mal besuchen, landen zunächst meist im schicken Viertel El Poblado. Dort kann man sich zwar wunderbar mit Sushi und Mojitos unterhalten lassen, wird sich aber eher früher als später fragen: Was hat das eigentlich mit Kolumbien zu tun?

Antwort: Besonders viel hat das nicht mit Kolumbien zu tun. Und mit Medellín schon gar nicht. Zeit also, um auszubrechen aus der touristischen Seifenblase. Dieses Mal in der historischen Altstadt von Medellín, dem Quartier Centro. An der Calle Maracaibo (oder Calle 53) treffen wir auf Streetfood-Eistee, ein romantisches Büchercafé und den Elektronik-Himmel.

12.000 Shops

Wir spazieren in gemächlichem Tempo vom Plaza Botero zum Museo Casa de la Memoria. Die Globalisierung ist hier weit entfernt. Stattdessen geht es zu wie in einem Dorf, alles scheint irgendwie miteinander vernetzt zu sein. Mein Tipp: nicht zu schnell gehen, sondern immer mal wieder stehen bleiben, zuschauen und warten, was passiert.

Das Centro wird auch El Hueco (das Loch) genannt. Schätzungsweise 12.000 Shops verkaufen in Passagen und an Ständen ihre Waren. «Wird dir in Medellín das Handy geklaut, kaufst du es entweder unter der Metro-Brücke am Parque de Berrio oder im Opera zurück», heißt es. Das Opera ist ein Elektronik-Himmel an der Calle Maracaibo.

Kolumbianischer Eistee

Guandólo ist der kolumbianische Eistee. Panela (Zuckerrohr-Melasse) wird mit Wasser, Limettensaft und Eis gemischt. Viele Straßenhändler bieten die Erfrischung an, manchmal sogar aus frischem Zuckerrohrsaft. Wer Angst vor Streetfood hat, sei beruhigt: Das Wasser in Medellín wird von einer Schweizer Anlage gereinigt und ist trinkbar.

Kolumbien? Klar, da gibt’s den besten Kaffee! Das ist etwa so falsch wie das mit der «gefährlichsten Stadt der Welt». In El Poblado gibt es Third-Wave-Coffeeshops, im Centro heißt der Espresso noch Tinto. Er wird in einer Art Samowar aus drittklassigen Bohnen gebraut und im Plastikbecher mit viel Zucker serviert. Im Büchercafé El Acontista erhält man einen anständigen Cappuccino und geniesst das verstaubte Flair.

Apfelkuchen und hausgemachtes Ginger Beer

Der Kolumbianer isst mittags am liebsten gut und günstig. Was so natürlich auch für die Kolumbianierin gilt. Das beste Menu del dia der Stadt gibt es im Bun Di. Der junge Schweizer Lukas hat eine kleine Oase geschaffen und zaubert jeden Tag ein kolumbianisch-schweizerisches Menu für 15.000 Pesos (4.60 Euro) auf den Tisch.

Die ganze Menu-Auswahl soll hier natürlich nicht verraten werden. Aber ein paar Stichworte liefern wir: Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti, Apfelkuchen und hausgemachtes Ginger Beer. Man muss keine elf Semester Hispanologie studiert haben, um zu merken, dass Bun Di nicht Spanisch ist. Das Wort kommt aus dem Rätoromanischen und heißt soviel wie Guten Tag.

Nicht genug Tassen im Schrank?

In der einst luxuriösesten Einkaufsstraß Junin – einer Seitenstraße der Maracaibo – liegt das Astor.

Vom Schweizer Enrique Bär und seiner Frau im Jahr 1930 gegründet, serviert die Konditorei noch immer Cremeschnitten, Sachertorte und Lekerly. Die grünen Marzipanfrösche namens Moro kennt in Medellín jedes Kind.

Kein Kolumbianer käme auf die Idee, dass die Cafe-de-Colombia-Tasse ein Souvenir ist. Ich mag den Klassiker trotzdem. Die Tassen, die jeder mitteleuropäischen Küche einen gewissen Pfiff geben, sind im Exito-Supermarkt permanent auf Lager. Kostenpunkt: 9000 Pesos, etwa 2.70 Euro.

Perfekter Instagram-Ort

Wenn Dir nun eine Kaffeetasse etwas zu banal ist als Mitbringsel, hätten wir auch eine Alternative.

Im oben beschriebenen Restaurant Bun Di finden sich Bildbände über die farbenfrohen Chiva-Busse. Sie sind fast ganz aus der Stadt verschwunden. Auf dem Land sind sie jedoch noch immer Haupttransportmittel.

In den ordnungsliebenden Ländern Mitteleuropas ist es ja so: Organisation ist alles. Begleitet von Gesetzestreue, Feuerpolizei-Compliance und Einrichtungen, die für alle Ewigkeiten (und alle Erdbeben) halten sollen. In Kolumbien sieht man das etwas lockerer. Das macht einen improvisierten Gemüsestand im Hauseingang eines Clubs zum perfekten Instagram-Ort.

Der sicherste Ort in Medellín

Wir haben es schon zu Beginn angetönt: Nachts ist das Centro nicht der sicherste Ort in Medellín. Unser Tipp: Im nahegelegenen Stadtteil Laureles findet man schöne Hotels, beispielsweise das Terra Biohotel: Ruhig und im Grünen gelegen.

Und wie kommt man hin? Die Anreise vom internationalen Flughafen Medellín-Rionegro (MDE) bis zum Plaza Botero dauert per Taxi oder Uber etwa 40 Minuten. Wer bereits in der Stadt ist: Mit der Metro fährt man bis zur Station San Antonio und spaziert von dort durch den Openair-Bazar «El Hueco» zum Plaza Botero. Am Ende der Calle 53 liegt das Museo Casa de la Memoria. Dort nimmt man die nahegelegene Tranvia (Station Bicentenario) zurück nach San Antonio.

In «Coole Pflaster» porträtieren wir städtische Straßen aus aller Welt, die nicht globalisiert sind. Kein Starbucks, kein H&M, kein McDonald’s – sondern lokale und regionale Anbieter aus Gastronomie, Hotellerie, Shopping und Kultur. Hier werden Straßen geehrt, die Einheimische und Zugereiste gleichermaßen glücklich machen. Der heutige Beitrag wurde von Anina Torrado Lara mitverfasst.

Mehr interessante Stories über Städte, Reise-Gadgets und Reise-Apps lesen Sie jede Woche neu bei Der Internaut.

Mehr zum Thema

Flughafen Pereria: Massive Schäden am Terminal.

Schweres Erdbeben legt sieben Flughäfen in Kolumbien lahm

Bild aus einem Video, das den Absturz zeigen soll: Das Unglück geschah im Süden des Landes.

Lockheed C-130 Hercules in Kolumbien abgestürzt

Das Wrack der Beechcraft 1900 von Satena: Liegt in schwierigem Gelände.

Beechcraft 1900 von Satena stürzt in bergiges Gebiet

ticker accident crash absturz

Vier Tote bei Flugzeugabsturz im kolumbianischen Amazonasgebiet

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack