Schalter von Air Berlin: Bald für immer geschlossen.

BetriebsendeWie mir ein letzter Air-Berlin-Flug verwehrt blieb

Einmal noch mit Air Berlin fliegen, bevor die Fluggesellschaft mit den Schokoherzen für immer verschwindet - hat nicht geklappt. Ein Blick zurück.

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Ich will ehrlich sein: Ich habe kein gutes Gedächtnis. Wann und von wo aus ich zum ersten Mal mit Air Berlin geflogen bin, weiß ich nicht mehr. Aber ich habe nachgeschaut: Der erste Flug mit AB-Flugnummer, zu dem sich in meinem Mail-Postfach noch etwas findet, datiert auf den 25. August 2011. Um 21:20 Uhr hob Flug AB8175 von Zürich ab und landete 1 Stunde und 20 Minuten später in Berlin-Tegel. Der Preis: 75,99 Euro.

Bei meiner Buchung im Juli 2011 hieß der Air-Berlin-Chef noch Joachim Hunold. Beim Flug Ende August hatte dieser schon seinen Rücktritt eingereicht, um zum 1. September an Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn zu übergeben. «Die Frage ist nur, ob der Rücktritt noch rechtzeitig kommt», schrieb die Süddeutsche Zeitung damals. Hunold habe tiefgreifende Veränderungen blockiert, auch als sich die Verluste häuften. «Air Berlin geht es miserabel. Ob das Unternehmen eigenständig überlebt, ist fraglich», so die Zeitung.

Letzte Flüge am 27. Oktober

Ohne fremde Hilfe überlebte Air Berlin schon damals nicht: Im Dezember 2011 erhöhte Etihad Airways für 73 Millionen Euro ihren Anteil von knapp 3 Prozent auf fast 30 Prozent und stützte Air Berlin damit. Sechs Jahre und ein paar Chefs später ist die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft dennoch insolvent. Bevor die Airline mit den Schokoherzen ganz verschwindet, wollte ich noch einmal mit ihr fliegen, am letzten Tag des Betriebes.

Ich buchte Flug AB 6444 um 15 Uhr am 27. Oktober von Düsseldorf nach Berlin-Tegel und Flug AB 6453 um 21:30 Uhr von Tegel zurück in die NRW-Landeshauptstadt. Die Ansage eines Piloten auf einem Air-Berlin-Flug sowie das aufsehenerregende Flugmanöver über dem Flughafen Düsseldorf ließen die Spannung steigen.

Dann halt auf der Terrasse

Doch am Dienstag (24. Oktober) kam dann die Ernüchterung, wenn auch nicht ganz überraschend: «Lieber Fluggast, leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihr Flug AB6444 von Düsseldorf nach Berlin am 27. Okt um 15:00 Uhr gestrichen worden ist», hieß es in einer Mail. Vielleicht ist aber eine Anreise mit der Bahn und der Rückweg mit dem Flieger möglich, dachte ich mir - bis am Abend auch dieser Flug gestrichen wurde.

So werde ich nicht einen der letzten Air-Berlin-Flüge an Bord erleben können. Das ist bedauerlich, aber nicht tragisch - ganz im Gegensatz zur drohenden Arbeitslosigkeit vieler Air-Berlin-Mitarbeiter.

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