Überfliegerin oder Überflieger des JahresWer hat 2018 alle überflügelt?

Auch das aufregende Luftfahrt-Jahr 2018 wurde von starken Persönlichkeiten geprägt. Wer stach besonders heraus? Wählen sie die Überfliegerin oder den Überflieger des Jahres.

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Langweilig wird es in der Luftfahrtbranche ohnehin nie. Und doch war man nach 2017 - Stichwort: Insolvenz und Betriebseinstellung von Air Berlin - eigentlich sicher, dass 2018 ruhiger werden würde. Das war nicht so. Die Konsolidierung ging weiter, viele Fluggesellschaften gingen pleite oder wurden übernommen. In Europa kämpften alle Fluglinien mit Rekordverspätungen, der Ölpreis war und bleibt unberechenbar und bei den Flugzeugbauern steuert alles wieder auf ein Quasi-Duopol zu.

Geprägt wurde all das von starken Persönlichkeiten. Doch wer hat die Welt der Luftfahrt 2018 am stärksten beeinflusst? aeroTELEGRAPH wählt seit 2017 die Überflieger des Jahres. Und auch Sie können dabei mitmachen. Ihre Stimme geht in Gesamtwertung neben der unserer Jury mit ein.

Die Nominierten

Alan Joyce

Der Qantas-Chef stand in diesem Jahr nicht nur im Mittelpunkt, weil seine Airline in Sydney Gastgeberin der jährlichen Generalversammlung des Weltluftfahrtverbands Iata war. Kurz zuvor hatte Qantas bereits Geschichte geschrieben und mit der Strecke Perth - London den ersten Nonstop-Flug von Australien nach Europa gestartet. Der längste Flug der Welt ist das zwar derzeit nicht; Singapore Airlines holte sich die Krone mit der Strecke Singapur - New York in diesem Oktober zurück. Doch Joyce hat noch viel vor: Sein Ziel ist es, schon bald ab Sydney nach London zu fliegen. Dazu spielt er die beiden Flugzeugbauer Airbus und Boeing gerade geschickt gegeneinander aus.

Benjamin Smith

Der Kanadier braucht ein dickes Fell und gutes Selbstvertrauen. Als erster Nicht-Franzose trat er in diesem Jahr die Stelle als Chef von Air France KLM an. Bei den Gewerkschaften kam das nicht gut an, aber bisher scheint das Smith nicht zu bremsen. Er geht beim Konzern schonungslos über die Bücher und denkt unter anderem laut darüber nach, die erst vergangenes Jahr gestartete neue Tochterairline Joon wieder zu schließen.

Guillaume Faury

Bei Airbus ging es 2018 drunter und drüber. Da war der Abtritt von John Leahy, der den Konzern jahrzehntelang als Verkaufschef geprägt hatte. Auch Fabrice Bregier, Chef der Zivilflugzeugsparte verließ den Konzern im Februar.  Guillaume Faury übernahm dessen Job. Nur etwas mehr als ein halbes Jahr später hatte er sich offenbar derart gut positioniert, dass Airbus beschloss, ihn zum Konzernchef zu machen. Im kommenden April folgt er auf den Deutschen Tom Enders. Der 50-jährige Faury war in der Zeit, auf die sich Korruptionsermittlungen gegen Airbus beziehen, noch in der Automobilbranche für PSA Peugeot tätigt und ist somit unbelastet.

Carsten Spohr

Nach der Übernahme von großen Teilen von Air Berlin gab es zuerst viel Kritik an Lufthansa und ihrem Chef. Monopolist. Abgekartetes Spiel. Machtgeil. Solches und anderes bekam man über den Deal und den Mann zu hören, der ihn eingefädelt hatte. Der Lufthansa-Chef machte unbeirrt weiter. Der Sommer endete zwar im Chaos. Die Fluggesellschaft war zu schnell gewachsen. Aber sie ist heute besser positioniert als vor einem Jahr - und als viele ihrer Konkurrenten.

Willie Walsh

Das Rennen um Niki hat die International Consolidated Airlines Group IAG nicht gewonnen. Nachdem die British-Airways-Mutter eigentlich den Zuschlag für die österreichische Air-Berlin-Tochter erhalten hatte, wurde der Entscheid in Österreich gekippt und Niki Lauda kam zum Zug – und mit ihm später auch Michael O'Learys Ryanair. IAG-Chef Willie Walsh ließ sich davon nicht zurückhalten und startete in Österreich einfach selbst mit der erst vergangenes Jahr gegründeten neuen Konzerntochter Level. Auch sonst baut die Billigairline kräftig aus und bei den anderen Gruppenfluglinien läuft es besser als bei vielen Konkurrenten. Zudem war es IAG, die zuerst bemerkte, dass Norwegian einen starken Partner braucht und der Billigairline Avancen machte. Ausgang noch ungewiss.

Tammy Jo Shults

Die Pilotin von Southwest Airlines bewies in diesem April, was es heißt, einen kühlen Kopf zu bewahren. Nachdem ein Triebwerk der Boeing 737, die sie steuerte, explodiert war, hatten Trümmerteile ein Fenster zerstört, es kam zum massiven Druckabfall in der Kabine. Eine Passagiering verstarb dabei. Shults, eine ehemalige Kampfjetpilotin der US Navy, landete den Flieger dennoch sicher in Philadelphia. Sie repräsentiert die Tausenden Pilotinnen und Piloten, die ihre Passagiere täglich sicher von A nach B bringen und das Reisen per Flugzeug zur sichersten Alternative machen.

Michael O'Leary

Der Ire ist der wohl umstrittenste Mann der Branche. Doch vor einem Jahr hat er völlig unerwartet Gewerkschaften zugelassen. Und trotz heftigem Gegenwind und Streiks konnte der Chef von Ryanair mit vielen nationalen Arbeitnehmerverbänden Tarifverträge abschließen. Das hätte noch vor zwölf Monaten kaum jemand für möglich gehalten.

Die Wahl

Und nun sind Sie an der Reihe, wählen Sie mit.

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