Vertragsabschluss: Was genau heißt das beim Kauf eines Flugzeuges?

DealsDas kleine Einmaleins des Flugzeugkaufs

Absichtserklärung, Bestellung. Option, Kaufrecht - bei Flugzeugkäufen gibt es viele unterschiedliche Schattierungen. Was bedeutet eigentlich was?

Top-Jobs

Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs

Es sind wohl die Ereignisse, zu denen die PR-Abteilungen der Flugzeughersteller am liebsten Mitteilungen verfassen. «XY Airways wählt Modell ABC», heißt es dann jeweils, oder «Modell ABC erreicht Meilenstein von 400 Bestellungen». Verkaufserfolge machen sich eben gut.

Hinter den vollmundigen Ankündigungen der Konzerne verstecken sich aber ganz verschiedene Sachverhalte. Verkaufserfolg ist nicht gleich Verkaufserfolg. Was bedeuten die Begriffe aus der Welt des Flugzeugkaufs und was passiert beim Prozess genau?

Die Absichtserklärung

Die Absichtserklärung ist am ehesten so etwas wie ein Handschlag zwischen zwei Freunden, die ein Vorhaben planen. Beide sind überzeugt, es auch umzusetzen, aber ganz sicher ist es nicht. Mit einer Absichtserklärung (Englisch: memorandum of understanding oder abgekürzt MoU) bestätigt eine Flug- oder Leasinggesellschaft nur, dass sie vorhat, ein bestimmtes Flugzeugmodell zu kaufen. Das Dokument hat keinen bindenden Charakter. Auch regelt eine Absichtserklärung keine Details eines allfälligen Deals. Meist nennt sie nur eine Anzahl und den Flugzeugtyp, den der Kunde kaufen möchte. Die Absichtserklärung ist darum vor allem ein PR-Instrument. Dieses wird allerdings nicht wahllos genutzt, sondern nur dann, wenn auch eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass den Worten Taten folgen. Schließlich will niemand als Ankündigungsweltmeister gelten.

Inhalt der Absichtserklärung: Flugzeugtyp + ungefähre Menge

Die Bestellung

Bei einer festen Bestellung wird im Vertrag alles im Detail geregelt. Der Hersteller und der Kunde legen fest, um wie viele Flieger welchen Typs es geht, zu welchem Preis sie verkauft werden und wann sie geliefert werden. Hier muss  die Flug- oder Leasinggesellschaft in der Regel auch eine siebenstellige Anzahlung leisten, es geht also um einen tiefen einstelligen Millionenbetrag. Im Vertrag wird auch festgehalten, wann die weiteren Zahlungen fällig werden. Meist muss der Kunde ungefähr zwei Jahre vor der Auslieferung eine größere Summe überweisen, weil dann der Hersteller ins Risiko geht, Material bestellt, Lieferanten bezahlen muss und mit dem Bau des Fliegers beginnt.

Inhalt einer Bestellung: Flugzeugtyp + Menge + Preis + Lieferdatum + Anzahlung + weitere Zahlungstermine

Das Kaufrecht

Hat ein Kunde bereits eine feste Bestellung aufgegeben und denkt er darüber nach, später vielleicht noch mehr Exemplare zu kaufen, kann er sich ein Kaufrecht sichern (Englisch: purchasing right). Damit bekommt er Flieger später zu einem bestimmten Preis. Der Kunde legt dabei mit dem Hersteller fest, wie viele Maschinen welchen Typs sie zu welchem Preis allenfalls kaufen möchte. Ein Liefertermin wird aber nicht vereinbart. Geld fließt beim Kaufrecht in der Regel ebenfalls keines.

Inhalt eines Kaufrechts: Flugzeugtyp + Menge + Preis

Die Option

Ist eine Order platziert und der Wunsch nach Aufstockung schon recht konkret, kommt ein anderes Instrument ins Spiel - die Option. Mit ihr sichert sich ein Kunde viel mehr Rechte als mit einem Kaufrecht - geht aber auch mehr Verpflichtungen ein. Er legt mit dem Produzenten im Vertrag nicht nur fest, wie viele Flugzeuge welchen Typs er zu welchem Preis kaufen will, sondern sichert sich auch spezifische Produktionsslots. Das heißt, er weiß ungefähr, wann er welche Flugzeuge bekommen wird, falls er die Option ausübt. Im Vertrag wird eine Frist festgelegt, innerhalb der die Option umgewandelt werden kann. Je größer die Nachfrage, desto früher muss die Umwandlung geschehen, da der Flugzeugbauer ja die Slots für den Kunden freihält. Bei Abschluss der Option wird eine sechsstellige Anzahlung fällig, es geht also um einige 100.000 Euro. Wird die Option ausgeübt, wird aus ihr eine feste Bestellung.

Inhalt einer Option: Flugzeugtyp + Menge + Preis + Produktionsslot + Anzahlung

Mehr zum Thema

Boeing 787-8

Was ist 2025 in der Luftfahrt passiert?

Airbus A320 von Air China: Die Fluglinie odert erneut beim europäischen Hersteller.

Air China bestellt 60 Airbus A320 Neo

ticker-airbus-neo-1

Airbus übergibt 800. A320 aus Endmontage in Tianjin

ticker-airbus-helicopters

H135, H145M und H175M: Spanien bestellt 100 Airbus-Helikopter für Streitkräfte

Video

Erster Being 737-800 Kombifrachter: Air Inuit hat das Flugzeug am 13. Januar in den Liniendienst aufgenommen.
Fast fünfzig Jahre prägten röhrende 737-200 C den Alltag im Norden Québecs. Jetzt hebt erstmals eine Boeing 737-800 Kombi für Air Inuit ab – mit 90 Sitzen, Palettenfracht und als Weltpremiere.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Das Doomsday Plane bei der Landung in Los Angeles. Rarer Vogel.
In Los Angeles tauchte erstmals seit Langem wieder eine Boeing E-4B öffentlich auf. Während der Ersatz für die Weltuntergangsflugzeuge der USA bereits entsteht, absolvierte der alternde fliegende Kommandoposten einen ungewöhnlichen Rundflug über das Land.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines
Die amerikanische Fluggesellschaft ist Boeing-Kundin durch und durch. Das zeigte sie bisher auch auf jedem ihrer Flugzeuge - mit der Aufschrift Proudly All Boeing. Nun hat Alaska Airlines ihren Slogan angepasst.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies