Frachtflieger in Köln/Bonn: Das Wachstum der weltweiten Luftfracht bleibt gering.

WeltwirtschaftWarum das Frachtgeschäft so volatil ist

Im Passagiergeschäft verzeichnet die Luftfahrt seit Jahren steigende Zahlen. Bei der Luftfracht ist das komplizierter. Aber warum?

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Destination Manager (w/m/d)

DERTOUR Destination Services AG
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse / Fluglotsin (w/m/d)

Studium
Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Top jobs
Langen b. Frankfurt
Deutschland
AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Piloten von Frachtairlines scherzen gerne gegenüber ihren Kollegen im Passagierdienst: «Fracht kotzt nicht.» Ruppige Landungen fallen im Frachtflieger zwar tatsächlich nur den Kollegen auf. Doch die Cargobranche hat einen entscheidenden Nachteil gegenüber Passagierflügen: Sie hängt deutlich stärker von der globalen Wirtschaftslage ab. Das zeigt sich gerade aktuell wieder deutlich.

In der Frachtfliegerei sah es vor Kurzem noch vielversprechend aus. 2017 wuchs die Nachfrage nach Luftfracht um den Rekordwert von 9 Prozent und übertrumpfte sogar das Wachstum des Passagierverkehrs um 2 Prozent. In der Fünfjahres-Vorschau hat der Weltluftfahrtverband Iata den Wert jedoch mittlerweile halbiert. Im vergangenen März lag das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr bei bereits nur noch 3 Prozent. Während der Passagierverkehr konstant zu wachsen scheint, schwankt es im Cargobereich. Das hat verschiedene Gründe – und es sieht nicht überall schlecht aus. 

Handelskrieg sorgt für Unsicherheit

Der Handelskrieg zwischen China und den USA etwa sorgt unter Exporteuren für große Unsicherheit, schreibt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL. Dem Wachstum der Luftfracht setzt das nicht nur in Asien und Amerika zu. Abstrahleffekte soll es auch in Europa geben, wo zudem bereits der Brexit die Stimmung dämpft. Währungsschwankungen belasten den internationalen Handel zusätzlich.

Dies macht sich vor allem im Geschäft mit normaler Luftfracht (im Jargon: General Cargo) bemerkbar. Zwar werden Rohstoffe, Autos oder Massengüter wie Textilien noch nach wie vor per Schiff aus fernen Ländern antransportiert. Doch bei hochwertigen oder etwas eiligeren Produkten setzen Logistiker mittlerweile auf den schnelleren Luftweg. Insbesondere bei Smartphone-Produzenten oder Arzneimitteln hat sich das Flugzeug deshalb zum bevorzugten Transportmittel entwickelt.

Expressfracht wird wichtiger

Kapazitäten werden deshalb nach wie vor ausgebaut. Zudem mischen auch vermehrt normale Fluglinien mit. Die zusätzliche Mitnahme von Transportgütern im Frachtraum von Passagierfliegern (sogenannte Belly Cargo) kann ein lukratives Nebengeschäft sein. Doch es ist für Airlines weltweit schwer geworden, die neuen Kapazitäten auszulasten. Der Ladefaktor ging laut dem BDL um 1 Prozent zurück.

Besser läuft es in der Express-Fracht. Insbesondere der boomende E-Commerce verlangt nach schnell gelieferten Waren, die über Nacht von Kontinent zu Kontinent geschafft werden. So können Online-Häuser ihre Versprechen einhalten, binnen 24 Stunden zu liefern. Auf dem deutschen Markt betrug das Wachstum auf den Express-lastigen Flughäfen wie Leipzig oder Köln-Bonn rund 3 beziehungsweise 7 Prozent.

Größere Airports werden unbedeutender

Express-Dienste wie DHL oder Fedex sind vor allem wegen der fehlenden Nachtflugverbote auf beiden Airports präsent. Im belgischen Lüttich explodierte die Nachfrage mit einem Zuwachs von mehr als einem Fünftel. Der chinesische Online-Gigant Alibaba wird den Flughafen zukünftig als Europa-Drehkreuz nutzen.

Das Nachsehen haben die klassischen Luftfrachtstandorte. In Frankfurt am Main, europaweit größter Cargo-Airport, ging das Wachstum im letzten Jahr sogar um 1 Prozent zurück. In Paris, Amsterdam und Londons sieht es ähnlich aus.

Mehr zum Thema

Flugzeug Nummer 50: Innerhalb weniger Jahre wurde SF Airlines zur Frachtgesellschaft mit der größten Flotte in China.

In China wächst ein neuer Frachtriese heran

Frachtmaschine: Alt ist hier meist gut genug.

Darum setzen Frachtairlines gerne auf Altmetall

Flieger von Amazon Air: Die Flotte wächst kräftig.

So baut Amazon die eigene Frachtairline aus

ticker-fracht-cargo

Luftfrachtbranche fordert bessere Bedingungen für Ersatzverkehre

Video

Der Moment bevor das Kleinflugzeug mit dem Helikopter Kollidiert: Jetzt ist der NTSB-Bericht erschienen.
Vor zwei Wochen kollidierten eine Cessna 150 und ein Bell 407 an einem Flugplatz in Pennsylvania. Was in den letzten Sekunden davor geschah, zeigt nun der erste Zwischenbericht der Untersuchungsbehörde NTSB.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A400M der Roal Air Force nach der Landung in Jan Mayen: Mit dem Transporter wurden Nato-Kontingente in die Arktis verlegt.
US-Marines, britische Royal Marines und norwegische Soldatinnen und Soldaten üben auf Jan Mayen. Airbus A400 M und Lockheed C-130 brachten für die Manöver neben Truppen auch Material auf die abgelegene Arktisinsel.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Jetblue führt eine neue Business-Class auf Inlandsflügen ein: Blue First soll noch 2026 starten.
Mit Blue First nähert sich die US-Airline immer mehr der Konkurrenz an. Die neue Kabine von Jetblue bietet eine Business Class im Inland mit breiten Sesseln, eigenem Cocktail-Menü und Bento-Box.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies