Airbus A321 LR in New York: Die Europäer sehen den Flieger als Geheimwaffe.

A321 LR und A330 NeoWarum Airbus eine Boeing 797 nicht fürchtet

Während Boeing ein neues Flugzeugmodell entwickelt, setzt Airbus auf zwei bewährte Modelle als Abwehrstrategie. Die Argumente der Europäer.

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Luftfahrt

Ein Gespenst geht um in der Luftfahrtbranche. Das Gespenst des New Midsize Airplane NMA. Boeing denkt ernsthaft darüber nach, ein ganz neues Flugzeugmodell zu bauen. 797 ist der Name, auf den man sich in der Branche derzeit geeinigt hat. Schon 2025 soll der zweitmotorige Jet auf den Markt kommen –falls er denn auch wirklich gebaut wird.

Bei Airbus hat man deswegen keine schlaflosen Nächte. «Ich glaube, dass wir viel besser aufgestellt sind», sagt der neue Verkaufschef Eric Schulz. Mit dem Airbus A321 und dem A330 Neo habe man zwei Produkte im Angebot, die sich ideal ergänzten, so der Manager vergangene Woche bei einer Veranstaltung in London. «Der A321 LR ist ideal für Fluggesellschaften, die sich neu auf die Langstrecke vorwagen», erklärt der Manager. «Sie haben keine so hohen Investitionen und wenn die Strategie nicht aufgeht, können sie den Flieger auch wieder zu einem normalen A321 umbauen.»

A330 Neo als Ergänzung

Zudem streicht Schulz einen anderen Vorteil hervor. «Mit dem A321 LR können Airlines zum Preis eines Kurz- und Mittelstreckenfliegers auf die Langstrecke», so der Airbus-Mann. Das sei besonders für Billigairlines sehr interessant. Und wenn die Strategie der Fluggesellschaft aufgehe, stehe dann der A330 Neo zum Ausbau des Angebots zur Verfügung. «Die Umschulung des Personals ist da viel günstiger als wenn sie auf einen ganz neuen Typ wechseln.»

Vor allem für Billigairlines werde ein von Grund auf neu entwickeltes Flugzeug einfach zu teuer sein, so Schulz. Dies gelte umso mehr, dass ein ganz neues Modell auch völlig neue Triebwerke brauchen würde, um wirklich signifikante Kosteneinsparungen im Betrieb bringen zu können. Ob die in acht Jahren zur Verfügung stehen, daran zweifeln einige Marktbeobachter. Airbus-Mann Schulz verspricht entsprechend beim A321 LR weitere Verbesserungen bei Reichweite und Effizienz.

Boeing ist zuversichtlich

Schulz denkt aber auch an den Faktor Zeit. Die Markteinführung für 2025 zu versprechen, halten viele in der Branche für sehr optimistisch. «Es dauert sicherlich noch zehn Jahre, bis das erste Flugzeug ausgeliefert wird», meinte beispielsweise kürzlich Lufthansa-Chef Carsten Spohr im Interview mit aeroTELEGRAPH in Bezug auf die Boeing 797.

Boeing redet beim NMA selbst von einem Hybrid, der die Wirtschaftlichkeit eines Fliegers mit einem Gang und den Komfort einer Maschine mit zwei Gängen biete. Den Weg dahin sollen mehrere Faktoren ebnen, etwa der ausgiebige Gebrauch von Verbundwerkstoffen, ein effizienter Antrieb, fortschrittliche Tragflächentechnologie und entsprechende Produktionssysteme. Viele Teile sollen zudem auf Elementen der Boeing 787 und 777 aufbauen.

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