Letzte Aktualisierung: um 21:54 Uhr
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Air Dominicana: Betrugsvorwürfe

Sie war als Nationalanbieter geplant, hob aber nie ab. Nun werfen Ermittler einem Verantwortlichen der Regierung im Fall Air Dominicana Veruntreuung vor.

Manuelt15/Wikimedia/CC

Flughafen Santo Domingo: Sollte Basis werden.

Eigentlich hatte Air Dominicana im Oktober 2009 den Betrieb aufnehmen sollen. Doch dazu kam es nicht. Die Fluggesellschaft, die Nationalairline der Dominikanischen Republik hatte werden sollen, musste noch im Monat davor die Insolvenz anmelden. An ihr waren Air Europa beteiligt und der Staat hielt 30 Prozent. Doch nun ist die Fluglinie zumindest wieder in den Medien – erneut mit Negativschlagzeilen.

Dem damals zuständigen Tourismusminister Felix Jimenez wird von der Antikorruptionsbehörde der Dominikanischen Republik Veruntreuung von Geldern vorgeworfen. Er soll dafür die Airline benutzt haben und mit seinen kriminellen Handlungen zu ihrem Ruin beigetragen haben, berichtet das Nachrichtenportal Dominican Today.

Kurz vor Zahltag abgesprungen

Dabei erhebt die Behörde auch Vorwürfe gegen Air-Europa-Chef Juan Jose Hidalgo. Die spanische Airline und das Tourismusministerium hatten die Pläne für eine eigene Fluglinie der Dominikanischen Republik gemeinsam verfolgt. Air Europa sollte das Projekt als Seniorpartner finanzieren. Jimenez vertrat die Regierung. Mit zwei Boeing B737-800 und einer B767-300 wollte man unter anderem New York und Miami anfliegen.

Doch das ganze endete in einer Art Schlammschlacht. Air Europa zog sich kurz vor dem Zahltag zurück, warf der Regierung vor, sich nicht an Abkommen zu halten. Es folgten Gegenvorwürfe, die Airline scheiterte. Wie viel Geld dabei verloren ging, ist nicht klar. Nur so viel: Auf Abrechnungen erschien offenbar mehr Personal, als bei der Airline tatsächlich angestellt war.

Schuldzuweisungen

Und das ließ wohl nun die Behörden aufschrecken. Die Staatsanwaltschaft erklärt, man habe begründeten Anlass zur Annahme, das Jimenez sowie Hidalgo an Veruntreuung beteiligt gewesen seien. Der Ex-Tourismusminister weist das zurück. Er habe sich lediglich um die touristische Organisation gekümmert, mit den Finanzen habe er nie etwas zu tun gehabt. Er sieht die Schuld am Untergang lediglich beim Spanier Hidalgo.



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