Barbara Harmer: Die Concorde blieb ihr Lieblingsflugzeug.

Luftfahrtlegende Barbara HarmerVom Friseursalon ins Cockpit der Concorde

Nur zwei Frauen steuerten je eine Concorde. Die erste von ihnen hatte in einem ganz anderen Beruf begonnen.

Top-Jobs

aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Noch immer hört man ziemlich selten eine Frauenstimme, wenn sich die Person aus dem Cockpit meldet und über den Flugverlauf berichtet. Frauen machen bei den meisten Fluggesellschaften immer noch einen einstelligen Prozentanteil des Cockpitpersonals aus. Tendenz langsam steigend - auch dank Vorbilder.

Barbara Harmer ist eines dieser Vorbilder. Als erste und nur eine von zwei Concorde-Pilotinnen schrieb sie Luftfahrtgeschichte. Und ihr Weg dorthin war alles andere als einfach. Er begann mit einer Ausbildung zur Friseurin, nachdem die Britin mit 15 Jahren die Schule verlassen hatte.

Abitur nachgeholt, als Lotsin gearbeitet

Nach fünf Jahren war Harmer das Haarschneiden leid. Sie ließ sich zur Fluglotsin ausbilden und holte ihr Abitur nach. Ihre Karriere in der Luftfahrt begann sie als Lotsin am Londoner Flughafen Gatwick. Doch Harmer zog es immer ins Cockpit. Neben ihrer Arbeit als Lotsin nahm sie Flugstunden, erlangte die Privatpilotinnenlizenz und begann schließlich, als Fluglehrerin an der Goodwood Flight School zu arbeiten.

Doch das reichte ihr immer noch nicht. Dank eines Bankdarlehens konnte sie 1982 ihre Berufspilotenlizenz (Commercial Pilot's License oder kurz CPL) erwerben. Pilotenmangel wie heute herrschte damals nicht. Harmer schrieb über 100 Bewerbungen, bis sie schließlich eine Stelle bei Genair bekam, einer kleinen regionalen Fluggesellschaft. 1984 wurde die Airline jedoch insolvent.

Entgegen aller Wahrscheinlichkeiten

Schließlich landete sie bei British Caledonian. Sie flog dort die die BAC 1-11, ein Kurzstreckenflugzeug britischer Produktion. Nach drei Jahren wechselte sie auf die dreimotorige McDonnell Douglas DC-10 und flog für British Caledonian auf der Langstrecke. Vier Jahre später übernahm British Airways die Konkurrentin. Von den rund 3000 Cockpit-Besatzungsmitgliedern waren nur 60 Frauen. Und keine davon steuerte die Concorde.

Harmer änderte das. British Airways wählte sie aus, die sechsmonatige Ausbildung zu absolvieren, bevor sie am 25. März 1993 ihre Musterzulassung für den Überschalljet erhielt. Später im selben Jahr war sie Erste Offizierin auf einem Flug vom Londoner Flughafen Heathrow zum John F. Kennedy International Airport in New York und begründete damit den exklusiven Club der Frauen, die am Steuer der Concorde saßen.

Nur eine weitere Concorde-Pilotin

Neben Harmer steuerte nur eine weitere Frau den Überschalljet: Béatrice Vialle, eine Pilotin der Air France. Harmer verstarb im Jahr 2011 an den Folgen einer Krebserkrankung. Erinnern wird man sich aber immer an sie. Für sie selbst einer der besten Momente ihrer Karriere war, als sie 1999 die Fußballmannschaft von Manchester United nach Barcelona zum Finale der Champions League gegen Bayern München flog.

Manchester United gewann den Pokal. Fotos von Manager Alex Ferguson, der aus dem Cockpit der Luftfahrt-Ikone winkte, gingen um die Welt. Nur ein paar Jahre später war es mit der Concorde vorbei. Das Ende des Jets läutete eine Katastrophe ein: Am 25. Juni 2000 fing eine Concorde der Air France beim Start in Paris Feuer, die Maschine stürzte auf ein Hotel, 113 Menschen starben.

Von der Concorde zur Triple-Seven

Air France und British Airways zogen ihre Concordes für ein Jahr aus dem Verkehr, das endgültige Aus kam wenig später: Die Maschinen waren auch nach 25 Jahren in der Luft noch immer nicht rentabel. Die beiden Airlines verkündeten am 10. April 2003 gleichzeitig das Ende der Überschallfliegerei.

Harmer flog auch nachher noch weiter als Pilotin auf der Langstrecke – mit der Boeing 777. Doch die Concorde blieb für immer ihr Lieblingsflieger. Nichts lasse sich mit dem Gefühl, den eleganten Jet zu steuern, vergleichen. «Selbst Piloten können nicht anders als zu starren», sagte sie einmal.

Mehr zum Thema

Amerikas Concorde-Konkurrenten, die nie abhoben

Amerikas Concorde-Konkurrenten, die nie abhoben

Jean-Louis Chatelain: «Manchmal erscheint mir die Concorde in meinen Träumen.»

«Concorde-Projekt basierte nie auf einem Businessplan»

Die Concorde war einmalig, darin sind sich viele bis heute einig.

Die Concorde war mehr als ein Flugzeug

ticker-british-airways

British Airways erhöht offenbar Hürden für Silber- und Goldstatus

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack