Fokker 50 von VLM Airlines: Bald in Friedrichshafen zu sehen.

Pech für Bodensee-Airport FriedrichshafenRegionalairline VLM stellt Flugbetrieb ein

Eben gab sich die belgische Fluggesellschaft noch zuversichtlich. Nun musste VLM Airlines das Ende verkünden. Das Grounding trifft auch den Flughafen Friedrichshafen.

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Für den Flughafen Friedrichshafen ist es ein unschönes Déjà-vu. Vergangenen November hatte die Heimairline Intersky den Betrieb eingestellt. Dadurch verlor der Bodensee-Airport auf einen Schlag rund die Hälfte seines Tagesangebots, ein Fünftel der Passagiere und die Inlandsstrecken nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Es war ein harter Schlag. Umso zufriedener war man, als man mit VLM Airlines schon im Dezember einen Nachfolger für Intersky präsentieren konnte. Seit Februar flogen die Belgier die innerdeutschen Strecken ab Friedrichshafen.

Nun wiederholt sich aber das Geschehen am Bodensee. Am Mittwochmorgen (22. Juni) beantragte VLM Airlines beim Handelsgericht Antwerpen Insolvenz. Der Flugbetrieb wurde umgehend eingestellt. «VLM bedauert sehr, diese Konsequenzen ziehen zu müssen», erklärt Geschäftsführer Hamish Davidson in einer Medienmitteilung.

Kündigungen von Piloten

Dabei versprühte das Management noch vor zwei Wochen Optimismus. Es kündigte an, die Strecken ab Friedrichshafen auch im Winter anzubieten und dafür ein zusätzliches Flugzeug am Bodensee-Airport zu stationieren. Die Entwicklung sei erfreulich, so das Unternehmen.

Mitte Mai hatte sich VLM unter Gläubigerschutz begeben, um eine Sanierung durchziehen zu können. So könne man den Betrieb wieder auf gesunde Füße stellen. Offenbar gelang das aber nicht. «Letztlich kamen wir jedoch unausweichlich zu der Erkenntnis, dass die Sanierungsbemühungen seit Januar 2016 zu spät kamen, um die Airline dauerhaft restrukturieren zu können. Die Unsicherheit nach der überraschenden Sperrung von Bankkonten hat zu zahlreichen Kündigungen von Piloten geführt und wichtige Charterkunden haben sich nicht mehr getraut, mittel- und langfristig Flüge zu buchen», erklärt Davidson.

Einbruch bei den Buchungen

Offenbar verunsicherte die Bekanntgabe des Gläubigerschutzverfahrens viele Kunden. Das haben zu einem «massiven temporären Einbruch von Buchungen im Linienflugbetrieb» geführt, was den Cash Flow zusätzlich negativ beeinflusst habe, so Davidson. Die Mitarbeitenden von VLM wurden am Morgen umgehend informiert. Kunden erhalten bereits bezahlte Tickets zurückerstattet.

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