Crew von Virgin Australia: Zu sexy?

Virgin Australia will seriöser werden

Weniger sexy, mehr Business: Virgin Australia verpasst sich eine Generalüberholung. Auch die Flugbegleiter sind betroffen.

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Die Sprache muss sich ändern, die Haltung und das Benehmen. Virgin Australia schickt seine Kabinen-Crew in die Benimm-Schule. «Wir wollen keine Androiden herstellen», so ein Virgin-Sprecher gegenüber der Zeitung The Telegraph. Ebensowenig werde man nun gerade geschnittene langweilige Kleidung für die Flugbegleiter designen. Es gehe einfach darum, einen Umgang und eine Atmosphäre zu schaffen, die auch Geschäftsreisende anspricht. Dazu arbeitet die Airline an ihrem kompletten Erscheinungsbild. In der Business-Lounge in Melbourne soll etwa der Billard-Tisch einer Kaffee-Bar weichen.

Mit diesen Änderungen will Virgin der Konkurrentin Qantas noch weiter auf die Pelle rücken, die weiterhin beliebt bei Geschäftsreisenden ist. Zwar hat sich Virgin Australias Anteil an Geschäftsreisenden in den vergangenen zwei Jahren von zehn auf 18 Prozent erhöht - doch das ging mit einem drastischen Preiskrieg einher. Nun will Virgin auch auf einer anderen Ebene mit Qantas in den Ring steigen. Ob das etwas damit zu tun hat, dass erst in der vergangenen Woche Etihad Airways das Okay bekam, ihren Anteil an Virgin Australia aufzustocken? Zumindest spekuliert man darüber in den australischen Medien.

Keine Kumpel-Begrüßung mehr

Zum seriöseren Auftritt von Virgin Australia gehört unter anderem auch die Begrüßung der Fluggäste an Bord. Die Airline bittet ihre Flugbegleiter, die Passagiere beim Einsteigen nicht mehr «Mate» zu nennen, in Australien eine übliche Anrede. Mate bedeutet in etwa «Kumpel». Nur wenn ein Fluggast Vielflieger ist und darum gebeten hat, bleibt er Kumpel für die Kabinencrew. Auch ihre Arme dürfen Flugbegleiter nicht mehr verschränken, weil es einen unfreundlichen Eindruck macht.

Die Crew selbst hält offenbar nicht wirklich viel von den Maßnahmen. «Sie wollen uns das Sex-Appeal nehmen», so eine Flugbegleiterin gegenüber der Zeitung News Limited. Aber das könne man jemandem nicht einfach austreiben. Offenbar habe die Airline Sorgen wegen ihres sexy, fast schon frechen Images. Paradox, dass ausgerechnet die Schwesterairline in Großbritannien gerade eine andere Richtung einschlägt - zumindest, was das Unterhaltungsprogramm betrifft: Wie die New York Times berichtet, bietet Virgin Atlantic den erotischen Bestseller «50 Shades of Grey» als Hörbuch an.

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