Das Wrack der Boeing 737-500: Die Lizenz des Crashpiloten ist nicht über alle Zweifel erhaben.

Russlands falsche Piloten

Nach dem Absturz der Boeing 737 in Tatarstan hegt die russische Bundespolizei einen Verdacht. Viele Piloten sollen gefälschte Lizenzen haben.

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Hatte der Pilot der Boeing 737-500 von Tatarstan Airlines, der beim Landeanflug auf Kasan mit seiner Maschine am Boden zerschellte, eine gefälschte Lizenz? Das glaubt das Ermittlungskommitee der Russischen Föderation, die russische Bundespolizei. Der Flugkapitän habe sein Diplom an einer zweifelhaften Bildungseinrichtung erhalten, erklärt Ermittlungskomitee-Sprecher Wladimir Markin. Die Pilotenschule existiere inzwischen längst nicht mehr.

Der Crash-Pilot von Kasan ist offenbar kein Einzelfall. «Wir haben allen Grund zu der Annahme, dass viele Piloten, vor allem solche bei kleinen Airlines, fiktive Papiere ausgestellt bekommen haben, ohne eine faktische Ausbildung durchlaufen zu haben», erklärte Markin. Auf große Fluggesellschaften wie Aeroflot oder Transaero treffe dieser Verdacht nicht zu.

Razzien im ganzen Lande, auch bei Rosawiatsia

Deshalb führten Beamte des Ermittlungskommitees am Freitag (6. Dezember) landesweit Razzien durch. Dabei wurden auch die Büros der Luftfahrtaufsichtsbehörde Rosawiatsia durchsucht. Die Polizisten beschlagnahmten Dokumente über die Prüfung der unzähligen Ausbildungsstätten von Piloten im Lande. Der Chef der Sektion Ausbildung von Rosawiatsia soll nun zum Thema vernommen werden. «Es kommen Fragen an Rosawiatsia auf, denn die Behörde erteilt diesen Ausbildungsanstalten die Zulassung und müsste ihre Arbeit kontrollieren», so Markin.

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