Scherwinde im VerdachtWas führte zum Aeroméxico-Unglück?

Die mexikanischen Ermittler habe die Blackboxen von Flug AM2431 geborgen. Jetzt suchen sie nach der Ursache für das Unglück. Spielten Scherwinde eine Rolle?

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Rund eineinhalb Tage ist es her, seit Flug AM2431 am Aeropuerto Internacional Guadalupe Victoria von Durango verunglückt ist. Von den 103 Menschen, die sich an Bord der Embraer E190 von Aeroméxico befanden, liegen inzwischen noch 22 in Krankenhäusern. Die meisten könnten schon bald entlassen werden, melden die mexikanischen Behörden.

Ursprünglich hatte es geheißen, zwölf Menschen seien beim Unglück schwer verletzt worden. Am Donnerstag (2. August) befanden nur noch ein achtjähriges Mädchen sowie der 31-jährige Kapitän der Unglücksmaschine in heiklem, aber nicht mehr kritischem Zustand. Das Kind hatte sich schwere Verbrennungen an rund einem Viertel seines Körpers zugezogen. Der Pilot musste an der Wirbelsäule operiert werden.

Blackbox geborgen

Gleich am Morgen nach dem Unfall haben die mexikanischen Ermittler ihre Arbeit aufgenommen. Sie untersuchen das Wrack und suchen im Umfeld nach Hinweisen auf die mögliche Unfallursache. Zudem führen sie erste Interviews mit Beteiligten. Ein wichtiger Schritt ist dabei bereits getan. Flugdatenschreiber und Cockpit-Stimmenrekorder sind geborgen worden. Sie befänden sich in sehr gutem Zustand, so das mexikanische Transportministerium.

Noch gibt es keine gesicherten Aussagen zum Unfallhergang. Sicher ist, dass das Wetter in Durango bis zum Start von Flug AM2431 eigentlich ganz gut war. Doch als die Passagiere ins den Flieger einstiegen, zogen dunkle Wolken auf und es begann heftig zu regnen. Als die Embraer E190 auf der Startbahn beschleunigte, verstärkten sich die Niederschläge noch. Zudem herrschten starke Winde.

«Dann sank es wieder»

Aufnahmen von Passagieren vom Start zeigen, wie die Maschine im heftigen Regen immer schneller wird, aber nicht richtig abhebt. Je nach Aufnahme könnte man allerdings meinen, dass die Maschine zumindest etwas in die Höhe steigt. Danach kracht es plötzlich. «Das Flugzeug begann sich zu bewegen, wurde schneller, hob ab. Dann sank es wieder und schlug am Boden auf», erklärte Passagier Ramin Parsa.

Auch der Gouverneur des Bundesstaates Durango sprach davon, dass die Maschine kurzzeitig in der Luft gewesen sein, dann aber an Höhe verloren habe. Dabei soll die linke Tragfläche der E190 mit dem Kennzeichen XA-GAL plötzlich den Boden berührt haben. Beim Aufschlag am Boden sollen die beiden Triebwerke abgerissen worden sein.

Starke Fallböen

Eine Möglichkeit, die viele Experten als Ursache in Betracht ziehen, sind daher Scherwinde (wind shear). Sie entstehen bei starken Fallböen. An deren Ende bewegen sich Winde in unterschiedliche Richtungen auf die Seite weg (siehe Skizze oben). Das führt für einen Piloten im Landeanflug auf einen Flughafen dazu, dass sich Windrichtung und -geschwindigkeit in Bodennähere plötzlich ändern können. Das kann den Auftrieb eines Fliegers unvermittelt reduzieren.

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