Letzte Aktualisierung: um 11:59 Uhr

Victoria International Airport

Frisch gebauter Rollweg ist unbrauchbar

Vergangenes Jahr baute der Victoria International Airport einen neuen Rollweg. Nur: Benutzen dürfen ihn Flugzeuge nicht.

Victoria International Airport

Flughafen von Victoria: Unbenutzbarer neuer Rollweg.

Ein bisschen erinnert die Geschichte an die Streiche der Schildbürger. Doch Victoria liegt nicht bei Schilda, sondern ist die Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia und liegt am Südzipfel von Vancouver Island, gegenüber im Norden liegt Vancouver, im Süden Seattle. Der Flughafen der Stadt mit 85.000 Einwohnern wird von allen großen kanadischen Fluggesellschaften angesteuert.

In den vergangenen zwei Jahren erweiterte der Victoria International Airport nicht nur sein Terminal. Er verlängerte auch den Rollweg Echo East um 366 Meter. Das Ziel war, dass Flugzeuge künftig nicht mehr zuerst auf die Startbahn rollen und dann einen Fahrtrichtungswechsel um 180 Grad machen müssen, bevor sie starten können. Durch das Manöver wird unnötig Kerosin verbraucht.

Es war anders geplant

Die Erweiterung des Rollwegs wurde im Herbst 2020 fertiggestellt. Doch die Flugzeuge müssen auch heute noch wie früher umständlich zum Startpunkt gelangen. Denn der Rollweg darf nicht verwendet werden. Der Grund: Die Lotsen im Kontrollturm sehen den neuen Rollwegbereich nicht.

Wie Flughafenchef Geoff Dickson der Lokalzeitung Victoria News erklärte, plante die Flugsicherung Nav Canada im Zeitpunkt der Planung, den Kontrollturm zu verschieben. Doch dann kam Corona. Und die Einnahmen des nicht gewinnorientierten Staatsunternehmens brachen ein. Derzeit ist deshalb eine Realisierung nicht mehr wahrscheinlich.


Lage des neuen Rollwegs (in rot). Bild: Google Maps/Bearbeitung aeroTELEGRAPH

Temporäre Lösung mit Kameras?

Flughafen und Nav Canada planen nun eine Übergangslösung. Eine Idee ist, den Bereich über Kameras abzudecken. Das würde zwischen 100.000 und 400.000 kanadische Dollar kosten – rund 67.000 bis 266.000 Euro. Eine Einigung darüber liegt aber bisher nicht vor.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.

>