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Vickers VC-10

Sorge um historischen britischen Flieger

Mit der Schließung des Bruntingthorpe Museums droht die Verschrottung einer Vickers VC10. Sie schrieb im Vereinigten Königreich Luftfahrtgeschichte.

Vor sieben Jahren ging ein wichtiges Kapitel des britischen Flugzeugbaus zu Ende. Im September 2013 schickte die britische Luftwaffe ein letztes Mal eine Vickers VC10 in die Luft. Der Flieger mit der ungewöhnlichen Anordnung mit vier Triebwerken am Heck erlebte seinen Erstflug 1962.

Luftfahrtfans sorgen sich jetzt um ein gut erhaltenes Exemplar einer Vickers VC10. Es gehörte zum Bruntingthorpe Air Museum. Es musste geschlossen werden. Mit der Schließung fürchten Enthusiasten eine Verschrottung des Fliegers mit dem ehemaligen militärischen Kennzeichen ZD241.

Autos statt Flugzeuge

Das Museumsgelände in Bruntingthorpe fand mit Cox Automotive einen neuen Besitzer. Die großen Flächen des ehemaligen Flughafens will das Unternehmen mitunter für Test- und Übungsstrecken für Autos nutzen. Nachdem der neue Eigentümer das Museum schließen ließ, wurden Freiwillige stutzig, die sich um den Erhalt des Jets kümmern.

In einer Mitteilung erklärte Cox Automotive, dass keine Verschrottung von Flugzeugen vorgesehen sei. Das Unternehmen prüfe aktuell, ob sich das Museum in andere Art und Weise auf einem Nachbargrundstück wieder eröffnen lasse, berichtet der Nachrichtensender BBC.

Vickers VC10 kann noch immer rollen

Ein Rettungsprojekt für die Vickers VC10 strebt dennoch die Verlegung des Flugzeuges zur etwa 140 Kilometer entfernten Luftwaffenbasis Fairford an. Den Enthusiasten geht es nicht nur um den Erhalt des Fliegers. Auch ist es ihnen wichtig, dass die VC10 wieder einen Ort zum Rollen hat. Zwar ist das Flugzeug nicht mehr flugfähig. Doch mit laufenden Triebwerken ist es immer noch in der Lage, mit Besuchern an Bord über Rollwege zu fahren.

«Wir halten es für wichtig, dass sie in laufendem Zustand gehalten wird […] damit die Öffentlichkeit weiterhin Anblick, Geräusche und Gerüche eines solch majestätischen Stückes der Geschichte kennenlernen und erleben kann», erklärte der ehemalige VC-10-Pilot Chris Haywood. Für die Verlegung zum neuen Flugplatz müssen allerdings hohe Kosten gestemmt werden.

«Ikonisches Stück britisches Design»

438.000 Pfund oder umgerechnet 483.600 Euro werden für Zerlegung und Transport der ZD241 fällig. Ob diese Summe aufgebracht werden kann, ist bislang noch unklar. Lohnenswert soll der Umzug dennoch sein. «Sie ist ein ikonisches Stück britisches Design, Technik und Fertigung», sagt Haywood weiter über die VC10.

Bevor das Flugzeug im Kalten Krieg als Militärjet Karriere machte, war es im Vereinigten Königreich als Passagierflieger für Langstrecken bekannt. British-Airways-Vorgängerin Boac setzte ab 1965 den Vierstrahler im Transatlantikverkehr sowie auf Routen in den Nahen Osten ein. Großes Gefallen fand die Airline aber nicht am Jet.

Der Boeing 707 unterlegen

Die Boeing 707 lief ihr bei Boac schnell den Rang ab. Zwar brillierte die Vickers VC10 auf Flugplätzen, die wegen großer Höhe oder hohen Temperaturen schwierig anzufliegen sind. Doch das amerikanische Gegenstück war im Betrieb deutlich günstiger.

Nach nur 16 Jahren musterte Boac ihre letzte VC10 wieder aus. Insgesamt wurden von dem britischen Jet nur 54 Exemplare gebaut.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Aufnahmen der Vickers VC10.



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