Kurioser UmbauVom Tankflugzeug zum Campingplatz

Eine ausgediente Vickers VC10 der Royal Air Force endete auf einem Schrottplatz. Ein Mechaniker rettete eine Triebwerksverkleidung und gab ihr einen neuen Zweck.

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Luftfahrt

Mit viel Glück können auch  Autofahrer manchmal Luftfahrzeuge sehen. Für die Produktion des Airbus A380 mussten angeschiffte Rumpfteile ihre letzte Etappe per LKW antreten. Bei Amsterdam überquerte eine ausrangierte Boeing 747 vergangenes Jahr eine Autobahn.

Nach einer Verfolgungsjagd in der Luft landeten Drogendealer ihren Privatjet im Juli sogar auf einer Landstraße in Mexiko. Luftfahrtfans auf britischen Straßen haben die Chance auf eine erfreulichere Begegnung. Im Vereinigten Königreich baute ein Mann ein altes Triebwerk zu einem Wohnwagen um.

Legendäre Spenderin

Etwa sechs Jahre lang baute Steve Jones an der ungewöhnlichen Behausung. Als Basis diente eine Gondel für ein Triebwerk vom Typ Rolls Royce Conway, berichtet das Portal The Drive. Der in den 1950er-Jahren entwickelte Motor war das erste in Serie gefertigte Turbofan-Triebwerk der Welt. Die Bauweise ist bei modernen Triebwerken für Passagierflugzeugen noch immer Standard.

Jones Exemplar diente als Antrieb für eine Vickers VC10 der Royal Air Force. Der Flugzeugtyp war neben der De Havilland Comet das erste britische Großraumflugzeug mit Düsenantrieb. Innerhalb der britischen Luftwaffe hatte es als Tankflugzeug eine langjährige Karriere. 2012 musterte die Royal Air Force ihre letzten VC10 aus.

Kauf über Bekannten

Ein Exemplar mit Baujahr 1967 und annähernd 39.000 Flugstunden landete auf einem Schrottplatz, den ein Bekannter von Jones besitzt. Der Fluggerätemechaniker, der in seiner Freizeit Wohnwagen baut, sah seine Chance, Hobby und Job zu verbinden. Er erwarb eine Triebwerksgondel und startete sein bis dahin ungewöhnlichstes Projekt.

«Die ganze Arbeit war extrem schwierig. Dieses Teil wurde nie für diesen Zweck entworfen», sagt Jones. Wo einst das Triebwerk unterkam, nehmen heute Klappbetten und eine kleine Küche Platz. In Andenken an die VC10 und den Conway-Motor, hat der Brite die Triebwerkspalette an die Innenwand geschraubt und Bücher über das Flugzeug ausgelegt.

Verlockendes Angebot

Neben ungefähr 1000 Arbeitsstunden hat der Brite umgerechnet rund 4000 Euro in das Projekt investiert. Die Mühe könnte sich auch finanziell gelohnt haben. Interessenten machten Kaufangebote für umgerechnet mehr als 26.000 Euro. Doch bevor sich Jones einen Gewinn einsteckt, will er das ehemalige Triebwerksgehäuse mit seiner Familie selbst nutzen.

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