KC-390 Embraer Millennium

Embraer KC-390 Der Speedy Gonzales der Militärtransporter

Unter dem Radar der Weltpolitik hat sich die Embraer KC-390 Millennium heimlich zum brasilianischen Exportschlager entwickelt.

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Gerade hat eine KC-390 Millennium eine Weltreise hinter sich. Laut Embraer legte der Transporter dabei 47.000 nautische Meilen auf 54 Flügen zurück, mit Stopps in elf Ländern über einen Zeitraum von 70 Tagen. Auf internationalen Luftfahrtmessen wirbt der Hersteller mit einer «unschlagbaren Kombination» aus Mobilität und Flexibilität.

Auch politisch erhält das Programm Rückenwind. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva lobte Embraer und sprach von einem «Sprung in der industriellen Fähigkeit» seines Landes. Die KC-390 zeige, dass Brasilien nicht nur Rohstoffe exportiere, sondern auch Spitzentechnologie entwickeln könne, zitierte ihn die spanische Zeitung El País.

Der Konkurrenz ein paar Schritte voraus

Doch was macht den Transporter so besonders? Die (K)C-390 Millennium – das K steht für die Tankerversion – kann bis zu 80 Soldaten oder 64 Fallschirmjäger transportieren. Für medizinische Evakuierungen lassen sich 74 Tragen samt Personal unterbringen. In der Frachtrolle liegt die maximale Nutzlast bei rund 26 Tonnen, darunter auch militärische Fahrzeuge, die per Luftabwurf ins Einsatzgebiet gebracht werden können.

In vielen dieser Disziplinen bleibt die Maschine zwar hinter etablierten Mustern wie der Lockheed C-130 Hercules oder dem Airbus A400M Atlas zurück. Dafür setzt Embraer auf einen anderen Vorteil: Die KC-390 ist ein zweistrahliger Jet und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu Mach 0,87. Damit ist sie deutlich schneller unterwegs als ihre turbopropgetriebenen Konkurrenten.

KC-390 Millennium als Arbeitspferd für alle Fälle

Embraer betont zudem die Vielseitigkeit des Flugzeugs. In Tests habe die KC-390 innerhalb von zwei Tagen rund 1000 Soldaten und 500 Tonnen Material befördert – etwa 40 Prozent schneller als vergleichbare Modelle. Auch unter extremen Bedingungen habe sich das Flugzeug bewährt, etwa auf unbefestigten Pisten im Amazonasgebiet oder bei Einsätzen in der Antarktis.

Diese Eigenschaften überzeugen zunehmend auch internationale Kunden. Neben Brasilien haben unter anderem Portugal, die Niederlande, Tschechien und Schweden Bestellungen aufgegeben. Mit einem Preis von bis zu 90 Millionen Euro positioniert sich die KC-390 unterhalb der Mitbewerbermodelle aus den USA und Europa. Auch Länder wie Österreich und Südkorea und Nato-Neuling Schweden setzen inzwischen auf den Transporter.

Saab-Gripen-kompatibel

Apropos Schweden: 2022 betankte eine KC-390 erstmals eine Saab JAS 39 Gripen erfolgreich in der Luft, als der Mehrzweckjäger in den Dienst der größten Luftwaffe Lateinamerikas, der Força Aérea Brasileira, gestellt wurde. Die relativ junge, 2014 entstandene Partnerschaft zwischen den Skandinaviern und dem Land des Samba und der Sonne erhielt Ende März Auftrieb, als Brasilien mit der Saab Gripen E den ersten Kampfjet im eigenen Land gemeinsam mit Saab produzierte. Die transkontinentale Partnerschaft machte den Rückschlag von 2020, als Boeing aus einem Vertrag mit Embraer ausstieg, fast vergessen.

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