Wrack des Black Hawk: Was geschah vor der Kollision?

Kollision in Washington D.C.Verpasste die Black-Hawk-Crew die Information über nahende CRJ 700?

Neue Erkenntnisse über den Hergang der tödlichen Kollision in Washington D.C.: Entscheidende Worte der Flugsicherung hat die Crew an Bord des Hubschraubers wohl nie gehört.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Nach und nach kommen bei den Ermittlungen zum tödlichsten Luftfahrtunglück der USA seit 2001 immer mehr Details ans Licht. Ein Black-Hawk-Helikopter des US-Mililtärs auf einem Trainingsflug kollidierte mit einer Bombardier CRJ 700 von American Airlines, die sich gerade im Landeanflug  auf den Reagan National Airport in Washington D.C. befand. Alle Insassen des Flugzeugs und des Helikopters kamen ums Leben.

Die Flugsicherung hatte die Crew des Black Hawk vor dem nahenden Flugzeug gewarnt und angewiesen, das Flugzeug passieren zu lassen. Doch wie nun die Chefin der Ermittlungsbehörde National Transportation Safety Board NTSB bei einer Pressekonferenz verriet, hat die Crew an Bord des Hubschraubers diese Anweisung möglicherweise gar nicht gehört.

Entscheidende Worte verpasst

Die Aufzeichnung aus dem Cockpit des Black-Hawk-Hubschraubers deute darauf hin, dass die Besatzung die entscheidende Anweisung kurz vor dem Zusammenstoß am 29. Januar, bei dem 67 Menschen ums Leben kamen, verpasst haben könnte, so Jennifer Homendy. Die Black-Hawk-Besatzung könnte die Worte «pass behind the», also «fliegen Sie hinter der» (CRJ) aus dem Tower möglicherweise nie gehört haben. Der Grund: Die Mikrofon-Sprechtaste des Hubschraubers war in diesem Moment für rund eine Sekunde gedrückt.

Hinzu kommt der Verdacht, dass es bei den Höhenangaben im Cockpit Unstimmigkeiten gab. Gespräche im Cockpit wenige Minuten vor dem Absturz zeigten widersprüchliche Höhenangaben, sagte Homendy. Die Pilotin des Hubschraubers erklärte, man befinde sich auf 300 Fuß (91 Meter), der Fluglehrer hingegen sagte, es seien 400 Fuß (123 Meter). «Wir prüfen die Möglichkeit, dass es sich um falsche Daten handelt», so die NTSB-Chefin.

Besatzung des Flugzeugs sah Hubschrauber zu spät

Bislang deute alles darauf hin, dass die Besatzung des American-Airlines-Jets den Hubschrauber erst kurz vor dem Aufprall gesehen hat. «Es gibt Anzeichen dafür, dass sich das Flugzeug nach oben neigte», so Homendy. Das könnte bedeuten, dass die Crew den Helikopter erblickte und im letzten Moment versuchte, nach oben auszuweichen.

Der Hubschrauber befand sich in dieser Nacht auf einem Abnahmeflug, bei dem die Crew auf die Verwendung von Nachtsichtgeräten und das Fliegen nach Instrumenten geprüft wurde. Die Ermittler glauben, dass die Besatzung während des gesamten Fluges Nachtsichtgeräte trug.

Mehr zum Thema

NTSB-Mitarbeiter an Wrackteilen im Potomac River: Untersuchung läuft.

Was wir über das Potomac-Unglück wissen - und was nicht

Vorfälle mit Hubschraubern bereiten Crews in Washington schon länger Sorgen

Vorfälle mit Hubschraubern bereiten Crews in Washington schon länger Sorgen

Überreste der Beechcraft 1900, die 2003 auf Air-Midwest-Flug 5481 verunglückte: Niemand überlebte.

Tragische Flugzeugunglücke in den USA - eine Übersicht

ticker-american-airlines

American Airlines modernisiert Kabinen in Airbus A319 und A320

Video

Der weltgrößte Papierflieger: Er flog über 59 Meter.
Papierflieger kennt jedes Kind. Doch dieses Exemplar sprengt alle Dimensionen: Mit mehr als 20 Metern Spannweite und einem Flug über 59 Meter hat ein Team aus Italien den Weltrekord für das größte flugfähige Papierflugzeug geholt - und Deutschland entthront.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Electra aero: So soll das Regionalflugzeug aussehen.
Der erfolgreiche Testflug des Kurzstartflugzeugs EL2 ist für Electra Aero nur der Anfang. Das Unternehmen entwickelt bereits ein deutlich größeres Verkehrsflugzeug für 100 Passagiere, das dank eines ungewöhnlichen Antriebskonzepts sehr effizient fliegen soll.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
bundeswehr luftwaffe airbus a400 m venezuela hilfe 02
Die deutsche Luftwaffe schickt Airbus A400 M nach Venezuela, um nach den verheerenden Erdbeben dort zu helfen. Auch kommerzielle Fluglinien stellen Flugzeuge zur Verfügung - so etwa Vietnam Airlines oder Iberia.
Timo Nowack
Timo Nowack