Motor einer ATR72-200 von UTAir: Technisches Versagen oder nicht?

UTAir groundet ATR-72-200

Neue Details zum Absturz der ATR-72 in Russland: Es wird zunehmend sicher, dass Eis eine zentrale Rolle spielte.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Eines scheint inzwischen fast sicher: Der Absturz der UTAir-Maschine im russischen Tjumen geschah, weil die Maschine vor dem Start nicht ordentlich enteist worden war. Dies erklärte Wladimir Markin, Sprecher des 31-köpfigen Untersuchungsausschusses, am Mittwoch. Das sei der wahrscheinlichste Grund, den man inzwischen gefunden habe, so der Ermittler gemäß der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Mindestens einen Monat dürfte es aber dauern, bis sämtliche Hintergründe des Absturzes der ATR 72-200 geklärt sind. Bei dem Unglück am Montag (2. April) kamen 32 Menschen ums Leben.

Kurz nach dem Start der Turboprop-Maschine begannen die Probleme. Wie erste Ermittlungsergebnisse jetzt ergaben, begann die ATR 72-200 vor dem Absturz wild zu schaukeln, wie die Zeitung Moscow Times schreibt. In einer Höhe von 210 Metern drehte sie sich erst 35 Grad nach rechts, dann 50 Grad nach links. Danach schlug das Flugzeug senkrecht auf dem Boden auf und zerbrach in drei Teile. Bis zu diesem Zeitpunkt haben laut dem Bericht der Ermittler noch beide Motoren funktioniert. Augenzeugen hatten aber berichtet, dass aus ihnen Rauch ausgetreten war.

Gegen die Enteisung entschieden

Der Pilot der Maschine hatte laut dem Flughafenbetreiber am Unglücksort Tjumen gegen eine Enteisung entschieden. Zum Zeitpunkt des Unglücks war es ungefähr null Grad kalt, Vereisungen können zwischen minus 12 und plus 4 Grad Celsius auftreten. Eine Eisschicht kann den Auftrieb verringern und zudem können absplitternde Eispartikel die Motoren beeinträchtigen. Auch wenn es keinen Regen oder Schnee gab, war die Luftfeuchtigkeit in Tjumen hoch - die Entscheidung des Piloten also nicht für alle nachvollziehbar. UTAir-Chef Andrei Martirosov bestätigte inzwischen, dass der Kapitän sich dagegen entschieden hatte, das Flugzeug entsprechend zu behandeln.

Und er erklärte auch, dass man aus dem Vorfall gelernt hat. Laut der Moscow Times will UTAir die Enteisung von nun an bei allen Fliegern obligatorisch machen. Man werde die nötigen Regeln schaffen, dass jedes Flugzeug die Prozedur durchmache, ungeachtet der Bedingungen. Außerdem lässt die Fluggesellschaft alle Flieger des Absturztyps vorerst am Boden. Insgesamt drei ATR 72-200 befinden sich in der Flotte der russischen Airline. Ersetzen sollen sie nun neuere ATR 72-500, wie es in einer Mitteilung auf der Homepage der Airline heißt.

Mehr zum Thema

Bangor Airport am Sonntagabend: Der Wintersturm wütete auch hier.

Bombardier Challenger 650 in den USA abgestürzt

Absturzstelle der Citation: Das Flugzeug krachte in eine Werrkstatt.

Cessna Citation III stürzt in Mexiko in eine Lkw-Werkstatt

Das Kleinflugzeug nach dem Absturz in Gloucestershire: Der Pilot überlebte leicht verletzt.

Bauteil aus dem 3D-Drucker führte zum Absturz eines Kleinflugzeugs

Schnappschildkröte auf der Piste: Ein Pilot musste dem Tier ausweichen und stürzte ab.

Schnappschildkröte löst tödlichen Unfall mit historischem Flugzeug aus

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack