Motor einer ATR72-200 von UTAir: Technisches Versagen oder nicht?

UTAir groundet ATR-72-200

Neue Details zum Absturz der ATR-72 in Russland: Es wird zunehmend sicher, dass Eis eine zentrale Rolle spielte.

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Eines scheint inzwischen fast sicher: Der Absturz der UTAir-Maschine im russischen Tjumen geschah, weil die Maschine vor dem Start nicht ordentlich enteist worden war. Dies erklärte Wladimir Markin, Sprecher des 31-köpfigen Untersuchungsausschusses, am Mittwoch. Das sei der wahrscheinlichste Grund, den man inzwischen gefunden habe, so der Ermittler gemäß der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Mindestens einen Monat dürfte es aber dauern, bis sämtliche Hintergründe des Absturzes der ATR 72-200 geklärt sind. Bei dem Unglück am Montag (2. April) kamen 32 Menschen ums Leben.

Kurz nach dem Start der Turboprop-Maschine begannen die Probleme. Wie erste Ermittlungsergebnisse jetzt ergaben, begann die ATR 72-200 vor dem Absturz wild zu schaukeln, wie die Zeitung Moscow Times schreibt. In einer Höhe von 210 Metern drehte sie sich erst 35 Grad nach rechts, dann 50 Grad nach links. Danach schlug das Flugzeug senkrecht auf dem Boden auf und zerbrach in drei Teile. Bis zu diesem Zeitpunkt haben laut dem Bericht der Ermittler noch beide Motoren funktioniert. Augenzeugen hatten aber berichtet, dass aus ihnen Rauch ausgetreten war.

Gegen die Enteisung entschieden

Der Pilot der Maschine hatte laut dem Flughafenbetreiber am Unglücksort Tjumen gegen eine Enteisung entschieden. Zum Zeitpunkt des Unglücks war es ungefähr null Grad kalt, Vereisungen können zwischen minus 12 und plus 4 Grad Celsius auftreten. Eine Eisschicht kann den Auftrieb verringern und zudem können absplitternde Eispartikel die Motoren beeinträchtigen. Auch wenn es keinen Regen oder Schnee gab, war die Luftfeuchtigkeit in Tjumen hoch - die Entscheidung des Piloten also nicht für alle nachvollziehbar. UTAir-Chef Andrei Martirosov bestätigte inzwischen, dass der Kapitän sich dagegen entschieden hatte, das Flugzeug entsprechend zu behandeln.

Und er erklärte auch, dass man aus dem Vorfall gelernt hat. Laut der Moscow Times will UTAir die Enteisung von nun an bei allen Fliegern obligatorisch machen. Man werde die nötigen Regeln schaffen, dass jedes Flugzeug die Prozedur durchmache, ungeachtet der Bedingungen. Außerdem lässt die Fluggesellschaft alle Flieger des Absturztyps vorerst am Boden. Insgesamt drei ATR 72-200 befinden sich in der Flotte der russischen Airline. Ersetzen sollen sie nun neuere ATR 72-500, wie es in einer Mitteilung auf der Homepage der Airline heißt.

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