Avic ARJ21: Enthält viele Teile aus den USA.

Schwarze ListeUSA bremsen Chinas und Russlands Flugzeugbauer aus

Das Handelsministerium der USA hat 103 chinesische und russische Firmen als militärische Endnutzer eingestuft, darunter auch Flugzeugbauer. Exporte an sie müssen künftig bewilligt werden.

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Es ist gerade ziemlich kalt in Hulunbuir. Die Temperatur schwankt dieser Tage zwischen minus 25 und minus 30 Grad. Doch genau das wünschten sich die Ingenieure der Commercial Aircraft Corporation of China Comac. Hier in der Inneren Mongolei testen sie nämlich derzeit das Verhalten des neuen Kurz- und Mittestreckenjets C919 bei extremer Kälte.

Mit der Comac C919 will die Volksrepublik China zeigen, dass sie im Flugzeugbau zu den Großen der Welt aufsteigen kann. Geübt hat die chinesische Luftfahrtindustrie bereits mit der Turbopropfamilie MA 60, MA600 und MA700 sowie dem Kurzstreckenjet ARJ21. Erfolge waren sie bisher freilich nicht. Das soll sich mit Verbesserungen und dem neuen Modell C919 ändern.

Exporte brauchen künftig Genehmigung

Doch die USA könnten China einen Strich durch die Rechnung machen. Vor Weihnachten hat das Handelsministerium in Washington eine Liste von 103 «militärischen Endnutzern» veröffentlicht, auf der auch 58 chinesische Unternehmen und Unternehmenseinheiten stehen. Verkäufe an sie stellten «ein inakzeptables Risiko» dar, indem amerikanisches Know-how für militärische Zwecke missbraucht werden könne, heißt es dazu.

Auf der Liste stehen beispielsweise sieben Einheiten der Aviation Industry Corporation of China Avic, darunter die Avic Aircraft. Die Comac-Tochter ist zuständig für den Bau des Kurzstreckenjets ARJ21. Genauso figuriert die Xian Aircraft Industrial Company darauf, die für die Herstellung der MA60 zuständig ist. Nicht direkt aufgeführt ist dagegen Comac. Wer den 58 chinesischen Unternehmen künftig etwas verkaufen will, braucht dazu eine Ausfuhrgenehmigung des Handelsministeriums.

Auch Irkut, Tupolev oder Sukhoi

Ein amerikanischer Zulieferer für die Comac- und das MA-Programme erklärte dem Portal The Air Current, die Auswirkungen der Liste würden noch geprüft. Erste Hinweise zeigten jedoch, dass jeder Hersteller aus den USA sich wohl von der Zusammenarbeit mit der chinesischen Flugzeugbauindustrie zurückziehen müsse. Rockwell Collins liefert beispielsweise die Avionik für die ARJ21, Ametek Aerospace & Defense Treibstoff-Anzeigen. Sie sind nur zwei von vielen Lieferanten aus den USA.

Nicht nur China ist allerdings im Visier der USA. Auch 45 russische Firmen stehen auf der Liste des Handelsministeriums. Zu ihnen gehören unter anderen der Flugzeugbauer Beriev, Irkut, Ilyushin, Sukhoi und Tupolev aber auch der Technologiekonzern Rostec und die Luftfahrtholding United Aircraft Corporation.

Amerikanische Triebwerke ersetzt

Russlands Flugzeugbauer haben eine längere Tradition als die chinesischen. Und sie sind auch schon weiter ihrer Produkte. Dennoch greifen sie auch auf eine ganze Reihe ausländischer Zulieferer zurück. Hersteller Irkut hat aber das Vorzeigeprojekt MS-21 gerade erstmals statt mit den PW1400G-Triebwerken von Pratt & Whitney mit russischen Triebwerken vom Typ Aviadvigatel PD-14 abheben lassen. Sie sollen das amerikanische Produkt künftig ganz ersetzen.

Sowohl für China als auch für Russland heißt der Schritt der USA aber nichts Gutes. Im schlimmsten Fall müssen Dutzende Zulieferer ersetzt werden. Das kann die Programme weit zurückwerfen.

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