PersonalmangelUS-Regionalairlines wollen Gesetzeslockerung

Nach einem tödlichen Absturz wurden die Mindestanforderungen für Piloten in den USA erhöht. Die Regionalairlines des Landes wollen das nun rückgängig machen.

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Das Regelbuch der Luftfahrt wird mit Blut geschrieben – dieses makabre Sprichwort der Branche traf auch zu, als die amerikanischen Gesetzgeber die Regeln für die Mindest-Flugstunden von Piloten anpassten. Nachdem klargeworden war, dass der Absturz einer Maschine von Colgan Air im Februar 2009 aufgrund eines Pilotenfehlers erfolgt war, hatte man festgelegt, dass ein Pilot mindestens 1500 Flugstunden gesammelt haben muss, bevor er für eine Airline fliegen darf. Beide Piloten im Cockpit der Unglücksmaschine hatten Warnmeldungen nicht verstanden, die sie eigentlich hätten erkennen müssen.

Jetzt wollen die amerikanischen Regionalairlines diese Regel wieder gestrichen sehen. Der Grund: Sie finden nicht mehr schnell genug Nachwuchs, so der Branchenverband Regional Airline Association. «Ich glaube, es gibt keinen einzigen Regionalanbieter, der nicht betroffen ist», so Verbandsvorstand Faye Malarkey Black. «Wir sehen es zu hundert Prozent genau so, dass Erste Offiziere viel Erfahrung brauchen. Doch diese sammelt man nicht zwingend einfach nur mit vielen Flugstunden», fügte sie an. Gegner der Regel haben als Argument auch angebracht, dass beide Colgan-Piloten mehr als 1500 Flugstunden gesammelt hatten.

Neue Trainingsmethoden sollen helfen

Man habe daher bereits mögliche Lösungen erarbeitet, um die Qualifikationen der Piloten zu fördern, auch ohne dass 1500 Flugstunden nötig sind, heißt es vom Verband. Wie genau diese Lösungen aussehen, ist aber noch nicht bekannt. Mit diesen Vorschlägen muss die Regional Airline Association dann die Federal Aviation Administration FAA überzeugen. Die Behörde legt die Regeln für die Luftfahrt in den USA fest.

Die Airlines bekommen ausgerechnet von den Piloten Gegenwind für ihr Anliegen. Die Air Line Pilots Association ist der größte Pilotenverband Nordamerikas. Um die Sicherheit der Luftfahrt in den USA zu gewährleisten sei es enorm wichtig, dass die Regeln nicht abgeändert werden, so Gewerkschaftspräsident Tim Canoll zur Nachrichtenagentur Bloomberg.

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