Flugzeugbetankung: Derzeit ist Kerosin extrem günstig.

Hedging des KerosinbedarfsSegen wird für viele Airlines zum Fluch

Um sich gegen höhere Kerosinpreise abzusichern, nutzen Fluggesellschaften Finanzkonstrukte. Dieses Hedging kostet viele von ihnen jetzt Dutzende von Millionen.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Die Corona-Krise sorgt für sinkende Öl- und damit auch sinkende Treibstoffpreise. Kerosin ist heute 70 Prozent billiger als noch vor einem Jahr. Für Fluggesellschaften wäre das eigentlich etwas, worüber sie sich freuen.

Doch so einfach ist das nicht. Denn viele Airlines betreiben sogenanntes Fuel Hedging. Eigentlich ist das ein Mittel, um für finanzielle Sicherheit zu sorgen. Doch gerade jetzt kommt die Absicherung des Kerosinpreises die Fluglinien mitunter teuer zu stehen.

Wette kann auch nicht aufgehen

Beim Hedging sichern die Fluggesellschaften über Finanzinstrumente künftige Kerosinpreise ab. Sie dürfen dann den Treibstoff zu einem im Voraus festgesetzten Preis beziehen. Dazu braucht es einen guten Riecher. Bei hohen Marktpreisen kann ein hoher Anteil von gut abgesichertem Kerosin viel Geld sparen. Denn statt dem aktuellen Preis zahlen Airlines dann den niedrigeren, im Hedging-Kontrakt festgelegten Preis.

Doch Airlines können auch daneben liegen. Denn beim Hedging verpflichten sie sich dazu, eine bestimmte Menge Treibstoff zu einem bestimmten Zeitpunkt zum festgelegten Preis zu kaufen. Deshalb können sie, wenn sie falsch lagen, nicht vom geringeren aktuellen Preis profitieren.

Wizz Air verschätzte sich

Derzeit verursacht Hedging bei vielen Fluglinien hohe Kosten: Sie fliegen nicht, aber zahlen dennoch für den Treibstoff, den sie sich vorher gesichert haben. Und sie bezahlen dafür sehr viel. Denn niemand rechnete mit einem derartigen Preiszerfall.

Einige Airlines haben bereits gewarnt, dass sich die Praxis stark negativ auf ihr Jahresergebnis auswirkt. Vergangene Woche erklärte die ungarische Billigairline Wizz Air, dass sie im Schlussquartal des am 31. März abgelaufenen Geschäftsjahres wegen des Hedgings mit Verlusten von 70 bis 80 Millionen Euro rechnet.

Hohe Verluste wegen des Hedgings

Laut einer Übersicht des Wirtschaftsnachrichtendienstes Bloomberg hatte Wizz Air zuletzt 63 Prozent des Treibstoffbedarfs durch Hedging abgedeckt. Das ist im Vergleich mit anderen Airlines gar nicht so viel. Wie hoch der Anteil an gehegtem Kerosin ist, ist von Konzern zu Konzern unterschiedlich.

Bei der Lufthansa-Gruppe etwa sind es laut derselben Übersicht 73 Prozent. Auch dort rechnet man mit monatlichen Verlusten durch das Hedging, weil nicht geflogen wird. Die British-Airways- und Iberia-Mutter IAG hatte laut einer Präsentation für Investoren im ersten Quartal mehr als drei Viertel des Treibstoffbedarfs gehedgt.

Eine Milliarde bei  Air France-KLM

Bei Ryanair sind es sogar 90 Prozent. Die Billigairline rechnete dabei mit einem Ölpreis von rund 77 Dollar pro Fass. Aktuell kostet ein Fass knapp unter 25 Dollar. Ryanairs Konkurrentin Easyjet hat 71 Prozent des Treibstoffbedarfs über Optionen gedeckt. Sie rechnet in der ersten Jahreshälfte mit einem Verlust von 360 bis 380 Millionen Pfund (411 bis 435 Millionen Euro). Rund die Hälfte davon kommt wegen des Hedgings zustande.

Air France-KLM hat ebenfalls eine Schätzung abgegeben, wie hoch die Verluste durch das Hedging ausfallen dürften. Der Konzern hat zwei Drittel des Treibstoffbedarfs durch solche Finanzkonstrukte abgedeckt. Er rechnet daher mit Verlusten von einer Milliarde Euro infolge des Hedgings.

Mehr zum Thema

Ölförderung: Derzeit ist sie größer als die Nachfrage.

Kerosin könnte noch viel billiger werden

Flüge werden nicht billiger: Trotz billigerem Kerosin sinken die Ticketpreise nicht.

Keine Schnäppchen für Passagiere

ticker-easyjet

Easyjet-Kabinenpersonal in Frankreich streikt am Ferienwochenende

ticker-easyjet

Easyjet digitalisiert Betankung und will CO₂-Ausstoß senken

Video

Die Boeing 787 hebt in München ab: Viel Staub aufgewirbelt.
Ein Dreamliner ist beim Start in München ungewöhnlich spät abgehoben und hat dabei eine große Staubwolke aufgewirbelt. Die Boeing 787 von Vietnam Airlines flog danach Schleifen und kehrte zum Flughafen zurück. Sie steht noch immer neben der Piste.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Die Landung der saudischen Boeing 787 in Funchal: ungewöhnlicher Gast auf Madeira.
Langstreckenjets sind am Flughafen von Madeira seltene Gäste. Nun gab es eine Premiere: Eine Boeing 787 der saudischen Regierung landete in Funchal. An Bord sollen sich Mitglieder der Königsfamilie befunden haben.
Redaktion
fedex express boeing 777 f rosie
Der Flughafen Memphis trägt nun den Namen von Fedex-Gründer Frederick Wallace Smith. Die erste Landung nach der Umbenennung absolvierte eine Boeing 777 F mit ganz besonderer Bemalung.
Timo Nowack
Timo Nowack