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Oman Aviation Group

Oman will Passagierzahlen mehr als verdoppeln

Das Sultanat möchte 2030 auf seinen Flughäfen 40 Millionen Passagiere abfertigen. Der staatliche Luftfahrtkonzern krempelt seinen Bodendienstleister um und steigt ins Hotel- und Logistikgeschäft ein.

aeroTELEGRAPH

Flieger von Oman Air in Muscat: Staatlicher Bodendienstleister weitet Geschäftsfelder aus.

Sei es in Bahrain, Saudi-Arabien, Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten: In der Nachbarschaft des Omans scheint es, als würden in der Golfregion überall Jahr für Jahr neue Wolkenkratzer aus dem Wüstenboden in den Himmel wachsen. Mitziehen möchte das Sultanat da ganz bewusst nicht: Gebäude dürfen im Oman per Gesetz nicht mehr als sieben Stockwerke besitzen.

Das Land gibt sich ganz bewusst als bodenständig. Mit dem Beginn der Erdölförderung in den 1960er-Jahren, mauserte sich Oman von einem der ärmsten Länder der Welt zu einem wohlhabenden Land mit überwiegender Mittelschicht. Seit Jahren möchte der Staat die Abhängigkeit seiner Wirtschaft vom Erdöl reduzieren und den Tourismus als zweites Standbein ausbauen – die Luftfahrt ist dafür ein wichtiges Instrument.

Mehr als eine Verdoppelung geplant

Mit der Oman Aviation Group bündelt das Sultanat seine Luftfahrtkonzerne in einem Unternehmen. So sind ihr die Nationalfluglinie Oman Air genau wie die Flughafengesellschaft Oman Airports unterstellt, die alle Flughäfen des Landes betreibt. Der Dachkonzern verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Bis zu 40 Millionen Passagiere will Oman im Jahr 2030 auf allen seinen Flughäfen abfertigen – im vergangenen Jahr zählte das Sultanat annähernd 15 Millionen Fluggäste.

Bei der Nationalfluglinie Oman Air ist bereits ein Ausbau angekündigt. Ab 2023 soll die Airline zum ersten Mal seit Jahren wieder Gewinne einfliegen. Dazu wird auch eine Privatisierung in Betracht gezogen. Aktuell überprüft die Airline, Routen in die USA aufzunehmen. Ebenso erweiterte die Fluglinie ihr Code-Share-Abkommen mit Lufthansa an deren Drehkreuzen Frankfurt und München von vier auf neun Ziele in Europa.

Einstieg in Hotel- und Logistikbranche

Für ihren Ausbau verschärfte die Oman Aviation Group im Februar auch anderswo ihren Ausbau und strukturiert ihren Bodendienstleister um: Oman Aviation Services hört fortan auf den Namen Transom und wird ihr Geschäftsfeld ausweiten. Neben der Abfertigung von Passagier- und Frachtflugzeugen will das Unternehmen fortan auch in der Hotel- und Logistikbranche einen Fuß fassen.

Die Errichtung von neuen Airport-Hotels soll im Oman auch den Tourismus außerhalb der Hauptstadt Muscat, die den größten Flughafen des Landes besitzt, ankurbeln, sagt ein Sprecher gegenüber aeroTELEGRAPH. Wo genau und in welcher Größenordnung diese Hotels entstehen werden, sagt die Oman Aviation Group bislang nicht. Mit der Aufnahme eines Speditionsdienstes will Transom auch der Luftfracht zu Wachstum verhelfen.

Mehr Fokus auf asiatische Luftfracht

Bis 2030 möchte das Land den Anteil in diesem Sektor verdreifachen. Dabei beabsichtigt die Oman Aviation Group, vermehrt Luftfracht aus Asien abzufertigen. Ebenso schielt sie auf den stetig wachsenden Online-Handel. Zusätzliche Fracht erhofft sich der Luftfahrtkonzern auch von der See.

Die omanischen Flug- und Seehäfen werden ein Gemeinschaftssystem einführen, dass die Umladung von Fracht von Flugzeugen auf Schiffe und umgekehrt günstiger gestalten soll.



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