Fast jede zweite innereuropäische Kurzstrecke gehört zu den sogenannten dünnen Strecken, also Verbindungen mit vergleichsweise wenig Nachfrage. 42 Prozent bieten weniger als 50.000 Sitze pro Jahr, machen aber nur sechs Prozent der angebotenen Kapazität aus. Das zeigt der «Annual Pulse 2026» der European Regions Airline Association (ERAA), die 58 Regionalairlines und mehr als 150 weitere Unternehmen der europäischen Luftfahrt vertritt.
Auf vier von fünf dieser dünnen Strecken fliegt nur eine einzige Airline. Für die betroffenen Regionen gibt es damit oft keine direkte Alternative, wenn die Verbindung eingestellt wird. Insgesamt konzentrieren sich 25 Prozent der innereuropäischen Kapazität auf nur 5 Prozent der Strecken.
Zugleich verändern sich die Flugangebote. Airlines haben in den vergangenen 20 Jahren die Zahl der Sitze pro Flug erhöht, die Frequenzen auf den einzelnen Strecken aber reduziert. Bei den Mitgliedsairlines der ERAA bietet ein Abflug durchschnittlich 90 Sitze. Der Verband betont deshalb die Bedeutung von Regionalairlines für die Anbindung kleinerer Städte, Inseln und Regionen an das europäische Luftverkehrsnetz.