Der Iran-Krieg trifft Qatar Airways so stark wie keine Krise zuvor. Die Fluggesellschaft reagiert mit Anpassungen im Streckennetz und pausiert weniger profitable Verbindungen. Gleichzeitig verändern hohe Treibstoffpreise und kurzfristigere Buchungen das Geschäft.
Der Krieg im Iran stellt Qatar Airways vor die nach eigenen Angaben größte Herausforderung seit der Gründung der Fluggesellschaft. «Es war die größte einzelne Krise in unserer Geschichte», sagte Konzernchef Hamad Al-Khater gegenüber Bloomberg TV. Die zeitweisen Luftraumsperrungen in der Golfregion und die Reisewarnungen hätten den Luftverkehr stark beeinträchtigt. Auch das Buchungsverhalten habe sich verändert: Viele Reisende entschieden sich inzwischen kurzfristiger.
Qatar Airways reagiert darauf unter anderem mit Anpassungen im Streckennetz. Man prüfe, welche Verbindungen am profitabelsten seien, erklärte Al-Khater. Weniger rentable Strecken würden ausgesetzt oder vorübergehend pausiert. Inzwischen habe sich die Lage allerdings etwas entspannt. In der vergangenen Woche erreichte Qatar Airways erstmals seit Kriegsbeginn wieder die gleiche Zahl an Strecken wie zuvor. Die Nachfrage sei weiterhin «ziemlich stark» und die Auslastung hoch, auch wenn insgesamt noch weniger Reisende durch die Region fliegen.
Hohe Treibstoffpreise treffen auch Qatar Airways
Zusätzlich belasten höhere Treibstoffpreise die Fluggesellschaften. Qatar Airways konnte einen Teil des Anstiegs laut Al-Khater dadurch abfedern, dass zu Jahresbeginn weltweit ein Überangebot an Rohöl bestand. Dennoch beobachte man die Entwicklung der Treibstoffkosten sehr genau. Wie auch Etihad setzt Qatar Airways dabei stärker auf die Steuerung der Kapazitäten als auf Marktanteile.
Für Al-Khater gehört der Umgang mit geopolitischen Spannungen zwar zum Alltag einer Fluggesellschaft in der Region. Die Dimension des aktuellen Konflikts sei für Qatar Airways jedoch beispiellos. Die Airline ist seit mehr als 30 Jahren im Geschäft.