Berlin beispielsweise hat seit 2019 unter anderem die Verbindungen nach Toulouse, Turin und Belfast verloren. Auch Glasgow und Liverpool sind deutlich schlechter angebunden: Die Zahl der Flüge zu beiden Zielen sank jeweils um fast 90 Prozent. Welche Strecken an deutschen Flughäfen weggefallen sind, wo neue Ziele hinzugekommen sind und wie sich die Frequenzen verändert haben, zeigt der neue Konnektivitätsatlas des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Insgesamt stehen demnach auf bestehenden Strecken 120.000 zusätzlichen Flügen mehr als 370.000 Streichungen gegenüber.
Neue Verbindungen führen zudem häufiger zu touristischen Zielen, während die Anbindung an europäische Wirtschaftsmetropolen laut BDL zurückgeht. Als Hauptursache nennt der Verband die staatlichen Standortkosten, die sich seit 2020 im Schnitt verdoppelt hätten. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte das Sitzplatzangebot in Deutschland nur 85 Prozent des Niveaus von 2019, im übrigen Europa waren es 111 Prozent.
Die Bundesregierung hat für 2026 Entlastungen von rund 300 Millionen Euro beschlossen. Dem BDL reicht das nicht: Er fordert eine Halbierung der Standortkosten, unter anderem durch die Abschaffung der Luftverkehrsteuer.