Das Unglück geschah in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni 2009. Jetzt, 17 Jahre nach dem Absturz von Flug AF447 von Rio de Janeiro nach Paris, hat ein französisches Berufungsgericht am Donnerstag (21. Mai) Airbus und Air France wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen, wie die Nachrichtenagentur AFP und der Sender France Info berichten. Bei dem Absturz des Airbus A330-200 mit dem Kennzeichen F-GZCP waren alle 228 Menschen an Bord gestorben.
Das Gericht i paris erklärte nun beide Unternehmen für allein und vollumfänglich verantwortlich und hob die Freisprüche aus dem ersten Prozess auf. Airbus und Air France hatten stets eine strafrechtliche Verantwortung bestritten und unter Verweis auf Pilotenfehler unter extremem Stress argumentiert, menschliche Faktoren seien die vorrangige Ursache gewesen. Beide Unternehmen müssen nun die Höchststrafe von 225.000 Euro zahlen.
Pitot-Sonden des Airbus A330 wegen Vereisung ausgefallen
Beim Unglück war der Airbus A330 mit der Kennung F-GZCP nachts über dem Atlantik abgestürzt, nachdem er in Gewitterwolken geraten war und vereiste Pitot-Sonden zu widersprüchlichen Geschwindigkeitsdaten und zum Abschalten des Autopiloten geführt hatten. Die Piloten reagierten widersprüchlich und verloren die Kontrolle über den Jet, der weniger als fünf Minuten später ins Meer stürzte.
Der Vorwurf gegen Airbus lautete anschließend, die Folgen eines Ausfalls der Sonden unterschätzt zu haben, Air France wurde vorgeworfen, ihre Crews nicht ausreichend für solche Situationen geschult zu haben.