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Hohes Defizit

Swiss gibt sich auf Strecke Lugano – Genf geschlagen

Swiss nahm vor anderthalb Jahren Flüge zwischen Lugano und Genf in den Flugplan auf - im Rahmen des allgemeinen Abwehrkampfes gegen Etihad Regional. Nun gibt die Lufthansa-Tochter auf, weil die Route hochdefizitär war.

Simon Smykalla

AUA-Dash-8 in Lugano: Drei Mal pro Tag für Swiss nach Genf unterwegs.

1740 Sitzplätze in jede Richtung stehen derzeit wöchentlich im Verkauf. Das ist weit mehr als der Markt hergibt. Dennoch fliegen sowohl Swiss als auch Etihad Regional fleißig zwischen Lugano und Genf hin und her. Nun aber gibt die Lufthansa-Tochter auf. «Wir werden Genf – Lugano einstellen», sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Klühr der Schweizer Wirtschaftszeitung Handelszeitung. Am 10. Oktober ist Schluss.

Swiss hatte die Strecke im April 2015 neu in den Flugplan aufgenommen – im Rahmen des allgemeinen Abwehrkampfes gegen Etihad Regional. Sie flog seither werktags drei Mal zwischen Lugano und Genf hin und her. Eingesetzt wurden dafür von Austrian Airlines geleaste 76-plätzige Bombardier Dash 8. Die jetzt beschlossene Aufgabe der Verbindung sei «ein emotionales Thema», sagt Klühr. «Aber die Strecke ist hochdefizitär.»

Viele Flüge annulliert

Für Etihad Regional ist das ein kleiner Sieg und eine große Erleichterung. Die Schweizer Regionalairline braucht den Zubringer ab ihrer Heimbasis Lugano zu ihrem zweiten Drehkreuz Genf. Als Swiss die Strecke neu aufnahm war der Marktanteil kurzfristig auf 30 Prozent gesunken – und damit der finanzielle Druck gestiegen. «Wir haben dann entsprechend reagiert und die Zeiten unserer Flüge angepasst. Inzwischen liegt unser Marktanteil wieder bei 55 Prozent», meinte Etihad-Regional-Chef Maurizio Merlo kürzlich im Interview mit aeroTELEGRAPH. «Und das obwohl wir nur zwei Mal pro Tag fliegen bedeutend kleinere Flugzeuge einsetzen.»

Swiss hat sicherlich nicht geholfen, dass sie vergangenen Winter gehäuft Flüge annullierte. Insgesamt 53 Flüge zwischen Lugano und Genf ließ sie ausfallen. Sie gab damals dem Wetter die Schuld. Etihad Regional reagierte und erklärte, man sei dem gleichen Wetter ausgesetzt gewesen und immer geflogen.



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