Letzte Aktualisierung: um 14:14 Uhr

Drohende Kündigungen

Dash-Kapitäne erheben Vorwürfe gegen Austrian Airlines

Austrian Airlines will zwölf Dash-Kapitäninnen und -Kapitäne kündigen, weil sie ein Umschulungsangebot ausgeschlagen haben sollen. Stimmt nicht, sagt die Belegschaft und droht.

Mit
aeroTELEGRAPH

De Haviland Dash 8-400 von Austrian Airlines: Aussortiert.

Jede Medaille hat zwei Seiten. Nachdem bei Austrian Airlines durchgesickert war, dass zwölf ehemalige Dash-8-Piloten und -Pilotinnen gekündigt werden sollen, dringen jetzt Stimmen der Belegschaft nach draußen. Und die wehren sich gegen die Feststellung, die zwölf Betroffenen hätten das Angebot der Fluggesellschaft zur Umschulung und den Dienstort Wien ausgeschlagen.

Schon zum 1. Juni seien alle Dash-8-Cockpit- und -Kabinencrews nach Wien versetzt worden. Die meisten von ihnen seien umgeschult worden oder befänden sich in Umschulung, teils freiwillig, teils auch trotz der damit verbundenen Herabstufung vom Kapitän zum Kopiloten. Mit dem «Zuckerl», weiterhin das Gehalt des Ranghöheren zu beziehen.

Juristische Schritte angekündigt

Zwölf Flugkapitäninnen und -kapitäne von Austrian Airlines haben dieses Angebot abgelehnt. Sie berufen sich auf Verträge, wonach sie explizit als Kapitän beziehungsweise Kapitänin zu beschäftigen seien. Laut Kollektivvertrag hätte auch diesen zwölf eine Umschulung angeboten werden müssen, das sei aber nicht erfolgt. Die Dienstpläne seien seit Ende Mai leer, genau dort aber müssten Schulungen auftauchen.

Austrian Airlines werfen sie vor, sie nicht als Kapitäninnen und Kapitäne weiter beschäftigen zu wollen, weil es zu viele gebe. Eine Zwangsumschulung verbunden mit der Herabstufung zum Kopilot beziehungsweise zur Kopilotin würde ebenso juristisch bekämpft werden wie die im Raum stehenden Kündigungen, erklären sie. Denn in dem Fall würde das Prinzip der Senioritätsliste unterlaufen, wonach die Jüngsten zuerst gekündigt werden müssen.

Absurd, wenn Ältere rechts sitzen?

Noch ein Argument ist aus der Belegschaft von Austrian Airlines zu hören. Es sei absurd, dass ein 60-Jähriger im Cockpit als Kopilot auf dem rechten Sitz sitzt, und ein viel jüngerer Pilot links als Kapitän. Möglicherweise ist ja exakt das der eigentliche Kern der Aufregung.



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