Der Airbus A340 von Alisher Burkhanovich Usmanov: Aktuell ohne Heimat.

Auch M-IABUSteuerparadies Isle of Man wirft Oligarchenjets raus

Die Isle of Man ist ein beliebter Ort für die Registrierung von Flugzeugen. Auch für russische Oligarchen. Die Jets werden nun aus dem Flugzeugregister entfernt, so auch der Airbus A340 von Alisher Burhanovich Usmanov. Laut eines Sprechers des russischen Unternehmers sei Usmanov aber nicht Eigentümer des Flugzeugs. Es sei Teil eines Treuhandvermögens, von dem Usmanov nicht mehr profitiere.

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M-IABU klingt zunächst einmal wie ein ganz normales Flugzeugkennzeichen. Doch dahinter steckt ein ziemlich großes Ego. IABU steht für «I am Alisher Burhanovich Usmanov». Für den Fall, dass man also nicht weiß, wem der Airbus A340 gehört, der da gerade ankommt, hat der russische Milliardär die Abkürzung im HDGDL-Stil am Flugzeug angebracht.

Oder besser: Hatte. Denn die Isle of Man hat dem A340 die Registrierung entzogen, wie der Chef der Zivilluftfahrtbehörde der Insel aeroTELEGRAPH bestätigt. «Ja, es stimmt, dass das Isle of Man Aircraft Registry die Registrierung am Morgen nach den europäischen Sanktionen für dieses Flugzeug aufgehoben hat», so Simon Williams.

Vermögen mit Plastiktüten gemacht

Die Isle of Man ist ein selbstverwalteter britischer Kronbesitz in der Irischen See - wie auch die Kanalinseln Jersey und Guernsey - mit eigenem Parlament, eigener Regierung und eigenen Gesetzen. Sie gilt als Steueroase und ist deshalb auch für die Registrierung von Flugzeugen attraktiv.

Der Russe usbekischer Abstammung Alisher Burhanovich Usmanov landete am 3. März auf der Sanktionsliste Europas, des Vereinigten Königreichs und der USA. Er gehört laut dem Magazin Forbes zu den 100 reichsten Menschen der Welt. Sein erstes Vermögen verdiente er mit der Herstellung von Plastiktüten, die in der Sowjetunion Mangelware waren. Inzwischen besitzt er Villen im Wert von mehreren Millionen Pfund im Vereinigten Königreich, eine Yacht und Anteile an Fußballvereinen der englischen Premier League. Der Sprecher von Usmanov erklärte gegenüber aeroTELEGRAPH, dass sowohl die Yacht als auch die Immobilien Teil des Treuhandvermögens seien. Seine Anteile am Premier-League-Verein Arsenal London habe er 2018 verkauft.

Inzwischen ist der Airbus A340 wieder in Tashkent

Die EU hat ihn eine Zeitlang als «einen von Vladimir Putins Lieblingsoligarchen» bezeichnet. Die USA haben in ihrer Pressemitteilung Fotos seiner Yacht und seines Privatjets veröffentlicht. «Usmanovs Kreml-Verbindungen bereichern ihn und ermöglichen seinen luxuriösen Lebensstil», heißt es. Laut dem Sprecher, habe Usmanov keine Verbindungen zum Kreml.

Die Yacht Namens Dilbar - der Name seiner Mutter - steckt in Hamburg fest und wurde von den Behörden festgesetzt. Der luxuriöse Airbus A340 hingegen befindet sich nicht mehr in der EU. Zwar war er Ende Februar noch in München zu sehen. Doch inzwischen befindet er sich laut dem Twitterprofil Russian Oligarch Jets, welches die Flieger der superreichen Russen nachverfolgt, wieder in der usbekischen Hauptstadt Tashkent.

Alle Russland-Verbindungen werden überprüft

Doch für die Registrierungsbehörde der Isle of Man ist es mit dem Rauswurf des Airbus A340 von Alisher Burhanovich Usmanov nicht getan. «In Zusammenarbeit mit zahlreichen relevanten Behörden wird derzeit eine detaillierte Überprüfung durchgeführt», sagt Behördenchef Williams. Die Situation entwickele sich sehr schnell und man wolle alle möglichen Verbindungen feststellen und sicherstellen, rechtzeitig zu handeln.

Es seien bereits einige Verbindungen zu Russland gefunden worden, «die nun mit höchster Priorität überprüft werden, um alle geeigneten Schritte zu unternehmen, die die koordinierte internationale Reaktion auf diese Situation unterstützen. Diese Schritte können viele Aspekte umfassen und schließen sicherlich die Streichung der Registrierung des Flugzeugs ein», so der Direktor der Luftfahrtbehörde weiter.

Sieben Flieger aus Register gestrichen

In der vergangenen Woche habe man bereits «proaktiv und entschlossen gehandelt und die Registrierung von sieben Flugzeugen aufgehoben», so Williams. Weitere Aufhebungen der Registrierung könnten folgen, «je nachdem, wie sich die Situation weiter entwickelt und je mehr Informationen verfügbar werden».

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