Der Airbus A340 von Alisher Burkhanovich Usmanov: Aktuell ohne Heimat.

Auch M-IABUSteuerparadies Isle of Man wirft Oligarchenjets raus

Die Isle of Man ist ein beliebter Ort für die Registrierung von Flugzeugen. Auch für russische Oligarchen. Die Jets werden nun aus dem Flugzeugregister entfernt, so auch der Airbus A340 von Alisher Burhanovich Usmanov. Laut eines Sprechers des russischen Unternehmers sei Usmanov aber nicht Eigentümer des Flugzeugs. Es sei Teil eines Treuhandvermögens, von dem Usmanov nicht mehr profitiere.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

M-IABU klingt zunächst einmal wie ein ganz normales Flugzeugkennzeichen. Doch dahinter steckt ein ziemlich großes Ego. IABU steht für «I am Alisher Burhanovich Usmanov». Für den Fall, dass man also nicht weiß, wem der Airbus A340 gehört, der da gerade ankommt, hat der russische Milliardär die Abkürzung im HDGDL-Stil am Flugzeug angebracht.

Oder besser: Hatte. Denn die Isle of Man hat dem A340 die Registrierung entzogen, wie der Chef der Zivilluftfahrtbehörde der Insel aeroTELEGRAPH bestätigt. «Ja, es stimmt, dass das Isle of Man Aircraft Registry die Registrierung am Morgen nach den europäischen Sanktionen für dieses Flugzeug aufgehoben hat», so Simon Williams.

Vermögen mit Plastiktüten gemacht

Die Isle of Man ist ein selbstverwalteter britischer Kronbesitz in der Irischen See - wie auch die Kanalinseln Jersey und Guernsey - mit eigenem Parlament, eigener Regierung und eigenen Gesetzen. Sie gilt als Steueroase und ist deshalb auch für die Registrierung von Flugzeugen attraktiv.

Der Russe usbekischer Abstammung Alisher Burhanovich Usmanov landete am 3. März auf der Sanktionsliste Europas, des Vereinigten Königreichs und der USA. Er gehört laut dem Magazin Forbes zu den 100 reichsten Menschen der Welt. Sein erstes Vermögen verdiente er mit der Herstellung von Plastiktüten, die in der Sowjetunion Mangelware waren. Inzwischen besitzt er Villen im Wert von mehreren Millionen Pfund im Vereinigten Königreich, eine Yacht und Anteile an Fußballvereinen der englischen Premier League. Der Sprecher von Usmanov erklärte gegenüber aeroTELEGRAPH, dass sowohl die Yacht als auch die Immobilien Teil des Treuhandvermögens seien. Seine Anteile am Premier-League-Verein Arsenal London habe er 2018 verkauft.

Inzwischen ist der Airbus A340 wieder in Tashkent

Die EU hat ihn eine Zeitlang als «einen von Vladimir Putins Lieblingsoligarchen» bezeichnet. Die USA haben in ihrer Pressemitteilung Fotos seiner Yacht und seines Privatjets veröffentlicht. «Usmanovs Kreml-Verbindungen bereichern ihn und ermöglichen seinen luxuriösen Lebensstil», heißt es. Laut dem Sprecher, habe Usmanov keine Verbindungen zum Kreml.

Die Yacht Namens Dilbar - der Name seiner Mutter - steckt in Hamburg fest und wurde von den Behörden festgesetzt. Der luxuriöse Airbus A340 hingegen befindet sich nicht mehr in der EU. Zwar war er Ende Februar noch in München zu sehen. Doch inzwischen befindet er sich laut dem Twitterprofil Russian Oligarch Jets, welches die Flieger der superreichen Russen nachverfolgt, wieder in der usbekischen Hauptstadt Tashkent.

Alle Russland-Verbindungen werden überprüft

Doch für die Registrierungsbehörde der Isle of Man ist es mit dem Rauswurf des Airbus A340 von Alisher Burhanovich Usmanov nicht getan. «In Zusammenarbeit mit zahlreichen relevanten Behörden wird derzeit eine detaillierte Überprüfung durchgeführt», sagt Behördenchef Williams. Die Situation entwickele sich sehr schnell und man wolle alle möglichen Verbindungen feststellen und sicherstellen, rechtzeitig zu handeln.

Es seien bereits einige Verbindungen zu Russland gefunden worden, «die nun mit höchster Priorität überprüft werden, um alle geeigneten Schritte zu unternehmen, die die koordinierte internationale Reaktion auf diese Situation unterstützen. Diese Schritte können viele Aspekte umfassen und schließen sicherlich die Streichung der Registrierung des Flugzeugs ein», so der Direktor der Luftfahrtbehörde weiter.

Sieben Flieger aus Register gestrichen

In der vergangenen Woche habe man bereits «proaktiv und entschlossen gehandelt und die Registrierung von sieben Flugzeugen aufgehoben», so Williams. Weitere Aufhebungen der Registrierung könnten folgen, «je nachdem, wie sich die Situation weiter entwickelt und je mehr Informationen verfügbar werden».

Mehr zum Thema

The Bandit: Die maskenartige Bemalung ums Cockpit sorgte für den Spitznamen des Jets.

Abramovich verkauft seine Boeing 767 und kauft Dreamliner

Russische Oligarchen-Jets in Basel gestrandet

Russische Oligarchen-Jets in Basel gestrandet

Isle of Man: Die kleine Insel hat eine ziemlich große Flugzeugflotte.

Privatjet-Paradies Isle of Man im Visier der EU

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack