Letzte Aktualisierung: um 20:38 Uhr
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Staat trennt sich von S7 Airlines

Die russische Regierung will ihren Anteil an der größten Fluglinie im Inlandsmarkt verkaufen. Sie nennt diverse Interessenten. Doch es gibt da ein Problem.

S7 Airlines

Pilot und Flugbegleiterin von S7: Der Staat steigt aus.

Der Verkaufsprozess ist eröffnet. Die Russische Föderation verkauft ihre Sperrminorität von 25,5 Prozent an S7 Airlines, wie die Wirtschaftszeitung Kommersant berichtet. Bis zum 18. April können Interessenten ihre Angebote für die größte Inlandsfluggesellschaft des Landes abgeben. Die eigentliche Auktion findet dann eine Woche später am 25. April statt. Mindestens 1,1 Milliarden Rubel (27 Millionen Euro/34 Millionen Franken) verlangt die Regierung für ihren Anteil. Unternehmen, die zu mehr als einem Fünftel dem Staat gehören, dürfen an der Versteigerung des gewichtigen Aktienpaketes des Oneworld-Mitgliedes S7 Airlines nicht teilnehmen.

Staatliche Quellen erklärten dem Kommersant, dass europäische Oneworld-Partner ein Interesse an S7 zeigten, aber auch Golfairlines. Doch am Ende ist das wohl eher Wunschdenken. Denn Hauptaktionäre der Airline sind Wladislaw und Natalja Filew. Sie kontrollieren 71 Prozent der Aktien. Weitere rund 4 Prozent liegen beim Management. Ohne ihre Zustimmung hätte ein Minderheitsaktionär bei S7 also überhaupt nichts zu sagen. Immerhin: S7 schreibt Gewinne.

Nicht der erste Verkaufsversuch

S7 entstand 1992 aus der Aeroflot-Basis am Flughafen Tolmatschowo in Nowosibirsk. Die Airline nannte sich damals noch Sibir, ab 2005 tritt sie unter ihrem Iata-Kürzel S7 auf. Sie wuchs durch eine Reihe von Übernahmen, etwa von Vnukovo Airlines oder Chelyabinsk Airlines. Heute ist sie der größte Anbieter im Inland und der zweitgrößte was die internationalen Flüge anbetrifft. Sie fliegt mit einer Flotte von 37 Flugzeugen an 96 Destinationen in 26 Ländern.

Die Regierung versuchte bereits mehrere Male, ihren Anteil von 25,5 Prozent loszuschlagen. Doch nie klappte es. Käufer ließen sich bisher keine finden – genau wegen der klaren Mehrheitsverhältnisse. Nun jedoch setzte sie den Preis tiefer an.



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