Flieger von Amazon Air: Die Flotte wächst kräftig.

Amazon AirSo baut Amazon die eigene Frachtairline aus

Die Frachtairline des Onlinehandelsriesen wächst rasant. Offenbar plant Amazon Air weitere Drehkreuze und einen massiven Ausbau der Flotte.

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Amazon legte mit der eigenen Frachtairline einen Steilstart hin. 2015 kündigte der Onlineriese an, seine Pakete in Zukunft mit eigenen Flugzeugen zwischen den Logistikzentren hin und her zu fliegen. So will er Engpässe bei fremden Logistikern, etwa zur intensiven Weihnachtszeit, umgehen. Heute besitzt Amazon Air über 40 Flugzeuge.

Während auf dem Frachtmarkt im Gegensatz zur Passagierfliegerei ein überschaubares Wachstum herrscht und sich vor allem kleinere Airlines schwer tun, stieg Amazons neue Tochter in drei Jahren zur Nummer Fünf unter den größten Cargo-Airlines der Welt auf. Darauf ausruhen will sich Amazon Air, wie die einst als Prime Air gegründete Airline inzwischen heißt, nicht.

Milliardenschweres Fundament

Im Frühjahr letzten Jahres gab Amazon bekannt, rund 1,5 Milliarden Dollar in ein eigenes Drehkreuz am Cincinnati Airport im US-Bundesstaat Ohio zu investieren. Das knapp 3,7 Quadratkilometer große Gelände, das der Konzern für mindestens 50 Jahre gemietet hat, soll neben zwei Umverteilungszentren auch rund 100 Frachtflugzeuge beherbergen können. Letzten Januar sicherte sich der Konzern nochmal zusätzlich einen Viertel der ursprünglichen Fläche hinzu. 2020 soll der Betrieb starten.

Amazons Vorhaben in Cincinnati könnten erst die Spitze eines Eisberges sein. Laut dem Luftfahrtportal Leeham News soll das geplante Drehkreuz die erste Phase eines weitaus größeren Plans sein. Demnach will sich der Konzern an drei weiteren Flughäfen niederlassen und dort ähnlich große Basen entstehen lassen.

Auch außerhalb der USA?

Sollte Amazon diese Pläne tatsächlich in die Tat umsetzen und auch bei der Flotte mitziehen, würde sich die noch junge Cargo-Airline mit ungefähr 400 Flugzeugen mit einem Mal auf Augenhöhe mit dem bisherigen Marktführer Fedex befinden. Welche Standorte für die neuen Basen in Frage kommen und ob sich diese eventuell auch außerhalb der Vereinigten Staaten befinden könnten, ist bisher nicht bekannt.

Auch ist nicht klar, mit welchen Flugzeugen Amazon Air die ehrgeizigen Wachstumspläne stemmen möchte. Bisher mietet die Airline ihre Boeing 767 F bei kleineren Gesellschaften wie Atlas Air und Air Transport Service an. Bei den betagten Großraumfliegern handelt es sich dabei um ehemalige Passagierflieger, welche zum Cargo-Flugzeug umgebaut wurden.

Suche nach Fliegern

Laut Leeham durchforstet Amazon Air bereits emsig den Gebrauchtmarkt nach den altgedienten, aber günstigen und schnell verfügbaren Flugzeugen. Laut Gerüchten von Insidern soll der Onlinehändler mittlerweile aber auch an 100 neuen Exemplaren des Boeing-Klassikers interessiert sein, den der amerikanische Flugzeughersteller in der Frachter-Variante noch immer frisch ab Werk anbietet.

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